«Brexit» - oder: Wohin steuert England?

  • Montag, 9. Mai 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 9. Mai 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 9. Mai 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

In sechs Wochen werden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger des Vereinigten Königreichs die angeblich folgenschwerste Weichenstellung ihres Lebens vornehmen: Sie sollen entscheiden, ob ihr Land nach 43-jähriger Zugehörigkeit die Europäische Union verlassen solle.

Der Abstimmungskampf wirft hohe Wellen. Die mit absoluter Mehrheit regierende Konservative Partei ist zutiefst gespalten. Vor allem der populäre Londoner Oberbürgermeister Boris Johnson führt einen harten Wahlkampf gegen Europa.

Bringt aber ein sogenannter Brexit, der Austritt also, dem Inselreich wirklich mehr Selbstbestimmung? Verringert er wirklich die Zuwanderung aus Resteuropa? Und wie sähe die wirtschaftliche Zukunft eines Landes aus, das zu einem überwiegenden Teil vom Handel mit Europa profitiert?

Hinzu kommt: am 23. Juni wird nicht nur über Englands Zukunft entschieden, ein Brexit würde die EU empfindlich schwächen.

Beiträge

  • Der Bürgermeister von London ist einer der bekanntesten Befürworter des EU-Austritts.

    Boris Johnson - das Gesicht der Brexit-Kampagne

    Der 52-jährige Oberbürgermeister von London, Boris Johnson ist in England bekannt wie ein bunter Hund. Er fällt durch seine Mähne, die unkonventionelle Kleidung und die humorvolle Wortgewalt auf.

    Nun wirbt er für den Austritt Englands aus der EU und stellt sich damit dezidiert gegen seinen Parteifreund, den Premierminister David Cameron. Und gegen den Londoner Finanzplatz, der die EU benötigt. Ein Porträt.

    Martin Alioth

  • Politikwissenschaftler Antohny Glees sagt, dass schon seit Churchill das vereinigte Europa kritisch beäugt wird.

    Vernunftsehe ohne Emotionen

    Grossbritanniens Verhältnis zum europäischen Festland war einzig durch die wirtschaftliche Zusammenarbeit geprägt.

    Wirklich geliebt haben die Briten die europäische Idee nie, sagt der Politikwissenschaftler an der University of Buckingham, Anthony Glees. Glees führt das im Gespräch auch auf Winston Churchill zurück, für den das Bündnis mit den USA stets wichtiger war als jenes mit Europa.

    Hansjörg Schultz

  • Der Schatzkanzler des Königreichs und die Stadt London rechnen mit Verlusten bei einem Ausstieg aus der EU.

    Die wirtschaftlichen Konsequenzen des «Brexit»

    Das Königreich wäre dauerhaft ärmer nach einem Austritt, sagt Englands Schatzkanzler George Osborne und liess sein Ministerium wirtschaftlich düstere Prognosen errechnen.

    Die Londoner City, das Geldzentrum des Königreichs rechnet gleichfalls mit herben Verlusten, wenn es nicht mehr an den EU-Privilegien teilhaben kann. Bei der Brexit-Abstimmung geht es also auch darum, welche Wirtschaftsstruktur die Briten künftig haben wollen.

    Martin Alioth

Autor/in: Martin Alioth, Hansjörg Schultz, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Dagmar Walser