Das Klima kommt vor die Gerichte

  • Dienstag, 15. August 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 15. August 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 15. August 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Weltweit nimmt die Zahl der gerichtlichen Klagen gegen die Klimapolitik von Regierungen zu - und es kommt auch zu Klagen gegen die Verursacher der Klimaerwärmung.

Die Klimaseniorinnen, so nennen sie sich, machen geltend, dass sie als ältere Frauen ganz besonders von der Klimaerwärmung betroffen sind. Statistisch sind die Todesfälle bei grosser Hitze in dieser Gruppe der Bevölkerung besonders häufig.

Die Klimaseniorinnen machen nun geltend, dass der Staat, sprich: die Eidgenossenschaft mehr tun muss, um ihre Gesundheit zu schützen - und das heisst: eine aktivere Klimapolitik betreiben muss. Sie gehören zu einer weltweiten Bewegung, die in ganz vielen Ländern Klagen eingereicht hat, um Private und Regierungen zu zwingen, die Emissionen an CO2 ganz drastisch zu senken.

Beiträge

  • Generalversammlung der Klimaseniorinnen Schweiz im Mai 2017

    Weil der Bundesrat zu wenig tut

    Die Klimaseniorinnen sind mit ihrer Klage gegen die Klimapolitik des Bundesrats konsequent. Sie fordern nicht mehr, als dass der Bundesrat sich an das Klimaziel hält, das auf der Pariser Klimakonferenz 2015 festgeschrieben wurde.

    Mehr als 1,5 bis maximal 2 Grad soll sich die Atmosphäre unserer Erde nicht erwärmen - von diesem Ziel sind die Massnahmen in der Schweiz weit entfernt.

    Christoph Keller

  • Industriegebiet Hafen in Rotterdam, Niederlande

    Erfolgreiche Klimaklage in Holland

    Die Klage von Urgenda hat vor zwei Jahren für weltweites Aufsehen gesorgt. Die kleine niederländische Umweltorganisation forderte vom Staat eine 25-Prozentige Reduktion des CO2-Ausstosses bis ins Jahr 2020 – und bekam recht.

    Wenn der Staat die Schadstoff-Emissionen nicht drastisch reduziere, handle er widerrechtlich, urteilte der Richter. Inzwischen hat der niederländische Staat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Aber Urgenda gibt sich keinesfalls geschlagen.

    Elsbeth Gugger

  • Braunkohlekraftwerk der RWE in Neurath, Deutschland

    Der grösste europäische Verschmutzer vor Gericht

    Saúl Luciano Lliuya muss befürchten, dass ein Gletscher oberhalb seines Hauses in den See stürzen und eine Flutwelle auslösen wird. Der Gletscher schmilzt wegen der Klimaerwärmung, und so beschliesst er, Klage einzureichen.

    Klage gegen einen der grössten Verursacher von CO2 in Europa, den deutschen Energiekonzern RWE. Seine Anwältin, Roda Verheyen, gibt Auskunft.

    Christoph Keller

  • Recht ist Recht, auch beim Klima

    Recht ist Recht, auch beim Klima

    Im Umweltrecht, wie auch beim Klimaschutz, werden Verstösse gegen Normen und Grenzwerte oft nicht geahndet. Zu Unrecht, sagt die Rechtsanwältin und Spezialistin für Umweltrecht, Ursula Brunner. Und erklärt, warum Klagen gegen die Klimapolitik einer Regierung erfolgreich sein können.

    Christoph Keller

Autor/in: Elsbeth Gugger, Christoph Keller, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Cornelia Kazis