Die Künste - die ungewohnten Zeugen der Vergangenheit

  • Montag, 28. August 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 28. August 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 28. August 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Sie verzaubern uns, sie öffnen uns neue Räume, sie geben uns Denkanstösse und bisweilen trösten sie uns auch – die Künste. Romane, Filme und auch Kunstwerke in der Gemäldegalerie erzählen uns jedoch auch viel über die Zeit, in der sie entstanden sind.

So gesehen sind die Künste auch historische Zeugnisse. Sie erlauben einmalige Einblicke in das Denken und Fühlen vergangener Epochen. Allerdings ist auch Vorsicht geboten, handelt es sich doch um ästhetisch gestaltete Werke.

Wie zuverlässig also sind Kunstwerke als Zeugen der Geschichte? «Kontext» unternimmt eine etwas andere Zeitreise.

Beiträge

  • Wie Literatur Licht ins historische Dunkel bringt

    Wie Literatur Licht ins historische Dunkel bringt

    Der Schweizer Historiker Urs Bitterli erzählt die Geschichte Europas in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einmal anders: Er stützt sich in seinem aktuellen Werk auf literarische Texte: Romane, Erzählungen, Essays.

    Diese Herangehensweise bedinge besondere Vorsicht, sagt er im Interview, eröffne jedoch etwa Erkenntnisse über den Zeitgeist von einst, wie dies sonst kaum möglich sei.

    Buchhinweis:Urs Bitterli: Licht und Schatten über Europa 1900-1945. Eine etwas andere Kulturgeschichte. Verlag Neue Zürcher Zeitung 2016.

    Felix Münger

  • Die Gemälde des flämischen Malers Pieter Brueghel geben Aufschluss über den bäuerlichen Lebensalltag im 16. Jahrhundert

    Historische Kunstwerke als Quelle

    Stiche, Zeichnungen oder Bilder aus der Vergangenheit sind schön, interessant, aufschlussreich. Denn häufig scheinen sie ganz gegenwärtig aus der Vergangenheit zu berichten. Bruegels berühmte Bilder z.B.

    werden von heutigen Betrachterinnen und Betrachtern richtiggehend gelesen: So also feierte man im 16 Jh. ein Fest auf dem Dorf. Doch Bilder sind komplexe Kompositionen, die weniger Realität abbilden als vielmehr Ideen, Ängste oder Ideale der Vergangenheit ausdrücken.

    Ellinor Landmann

  • Szene aus "Gilberte de Courgenay" von 1941

    Gedrehte Geschichte: historische Schweizer Spielfilme

    Wenn ein Film, der 1941 gedreht wurde, vom Ersten Weltkrieg erzählt, dann erzählt er zwischen den Bildern auch viel über den Zweiten Weltkrieg, die Zeit, in der er entstanden ist. Wie etwa Franz Schnyders "Gilberte de Courgenay".

    Wie prägen historische Spielfilme unser Geschichtsbild? Wie gehen fiktive Spielfilme mit realen historischen Ereignissen um? Inwiefern der Schweizer Spielfilm als historische Quelle taugt, das erörtet im Gespräch die Filmwissenschaftlerin Marcy Goldberg anhand dreier Beispiele.

    Brigitte Häring

Autor/in: Brigitte Häring, Ellinor Landmann, Felix Münger, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Brigitte Häring, Maya Brändli