Es wäre ja gelacht, wenn Humor nichts hilft!

  • Freitag, 30. Oktober 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 30. Oktober 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 30. Oktober 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Lachen ist die beste Medizin, weiss der Volksmund. Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Um die Wirksamkeit von Humor in Therapie, Pflege und Beratung ging es am diesjährigen Humorkongress unter dem Motto «Humor, Kraftquelle des Lebens». Kontext bat vier Humorarbeiter vors Mikrophon.

«Der Humor sorgt dafür, dass die Bösartigkeit des Lebens uns nicht ganz überwältigt» sagte Charly Chaplin einst und sorgte als Stummfilmstar dafür, dass der Ernst des Lebens das Lachen nicht erstickt.

Was Chaplin nicht wissen konnte: es gibt in der Zwischenzeit die Wissenschaft der Auswirkungen des Lachens. Gelotologie nennt sich diese Wissenschaft, die auf den Psychiater William F. Fry zurückgeht. Ob Spitalclowns oder Lachyoga, Heiterkeitsseminare oder Gelassenheitsmeditation,- all das gehört zum therapeutischen Humor, der am Humorkongress in Basel zum siebten Mal thematisiert wurde.

Cornelia Kazis hat sich unter die 200 Kongressbesucher gemischt und 4 Humorarbeiter der unterschiedlichen Art vors Mikrophon gebeten.

Beiträge

  • Lachen soll Heilen - sagt Ulrich Fey.

    Mit der roten Nase im Altenheim

    Ulrich Fey ist mit der kleinsten Maske der Welt in Alters- und Pflegeheimen unterwegs. Er setzt sich seine rote Nase auf und bewegt sich in einem System, das nicht das Seine ist.

    Weder Sexualität noch der liebe Gott, weder Sterben noch Nachttöpfe sind für ihn ein Tabu. Darf er alles? Was kann er bei Menschen mit Demenz bewirken? Was an seiner Clownerie ist heilsam? Der Clown ist nicht auf den Mund gefallen, wie man hören wird.

    Cornelia Kazis

  • Bloss nicht glauben, wer man ist - sagt Charlotte Höfner.

    Nicht glauben wer man ist!

    Provokation ist das Mittel der Wahl für die Kommunikationswissenschaftlerin und Beraterin Charlotte Höfner.

    «Glauben Sie ja nicht, wer Sie sind!» Mit diesem provokativen Satz geht sie an gegen selbstzerstörerische Glaubenssätze, die da lauten: «Ich bin dick und das ist nicht zu ändern!» «Ich bin halt scheu und wage das nie!»

    Höfner ortet in solchen Sätzen Wachstumsbremsen und macht in öffentlichen Demo-Gesprächen vor, wie diese mit viel Empathie und auch Provokation, Konfrontation und Irritation ausgehebelt werden können.

    Cornelia Kazis

  • Humor kann sogar die Effizienz steigern - sagt Charlotte Friedli.

    Lächeln als Arbeitshilfe

    Die Effizienzsteigerungsmaxime in vielen Arbeitswelten ist unerbittlich und macht manche Menschen krank. Burnout ist nur eine Antwort. Eine andere, gesundheitsförderliche und motivationssteigernde ist Lächeln und Freundlichkeit.

    Davon geht Charlotte Friedli, Schweizer Professorin für soziale Arbeit an der Fachhochschule Nordwestschweiz aus. Sie hat nichts gegen strategisch eingesetzten Humor und sieht in Humorarbeit sogar ein Führungsinstrument! Wohin das wohl führen kann?

    Cornelia Kazis

  • Narretei hat politische Sprengkraft - sagt Helmut Bachmeier.

    Der Hofnarr als Politikum

    Helmut Bachmeier ist Professor für Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz und hat auf die Schnelle gesehen mit Gesundheit nichts am Hut. Und Literaturwissenschaft klingt auch nicht nach Brüller!

    Aber Bachmeier hat sich jahrelang mit Humorforschung und Komiktheorie beschäftigt. Unter viel anderem hat er die Werke Karl Valentins herausgegeben. Sein Fokus ist ein politischer: Humor als Machtzertrümmerer, Komik als emanzipatorische Möglichkeit, Narretei als demokratischer Akt.

    Cornelia Kazis

Autor/in: Cornelia Kazis, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Hansjörg Schultz