Italien: Jugend ohne Job

  • Freitag, 27. März 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 27. März 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 27. März 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Unter der wirtschaftlich prekären Lage in Italien leidet die junge Generation am meisten. Gut 40 Prozent der jungen Leute zwischen 16 und 24 Jahren haben keinen Job. Auch die Dreissigjährigen stehen vor einer schwierigen Situation.

Auch der junge Kopf an der Spitze von Italien, Matteo Renzi, täuscht nicht über ein altes Problem hinweg: die grosse Arbeitslosigkeit der jungen Leute. Oft ist sogar von einer «verlorenen Generation» die Rede. «Kontext» geht der Frage nach, wie es dieser Generation geht.

Die Kunstgeschichtsstudentin Tiziana Ravelli weiss, was es heisst, in einem Viererzimmer zu schlafen und Praktika zu machen, ohne je einen Euro zu verdienen.

Die junge Bestseller-Autorin Silvia Avallone sieht sich mit der Situation konfrontiert, ein zerstörtes Land wieder aufbauen zu müssen. Und Raffaele Laudani, Professor für politische Ideengeschichte legt dar, was es für das Verhältnis der Generationen bedeutet, wenn die jungen Leute «Nesthocker» bleiben müssen.

Buchhinweis:
Silvia Avallone: «Marina Bellezza». Roman im Verlag Klett-Cotta

Beiträge

  • Studentinnen und Studenten an der Universität von Bologna.

    Vom Zimmermädchen zur Kunsthistorikerin

    Tiziana Ravelli studiert in Bologna Kunstgeschichte und steht kurz vor dem Master. Wie es danach weiter geht, weiss sie nicht. Sie hofft, sich Schritt für Schritt vom Zimmermädchen zu einer etablierten Kunsthistorikerin hochzuarbeiten.

    Die 26-Jährige wohnt in einer studentischen Wohngemeinschaft, lebt von 600 Euro im Monat und möchte finanziell endlich von ihren Eltern unabhängig sein.

    Sabine Bitter

  • Die italienische Schriftstellerin Silvia Avallone.

    Das Land braucht die besten Köpfe

    Die 30-jährige Autorin Silvia Avallone erzählt in ihrem Roman «Marina Bellezza», was der wirtschaftliche Niedergang für die junge Generation in Italien bedeutet. Sie bedauert die «Fuga dei cervelli», die Flucht der qualifizierten jungen Leute ins Ausland und bewundert jene, die bleiben.

    Die Autorin weiss, wovon sie spricht. Sie hat nach dem Studium keine Anstellung als Lehrerin gefunden und aus der Not mit Schreiben begonnen. Mit Erfolg.

    Sabine Bitter

  • Junge Italiener in Florenz.

    Betrogene Generation

    Das Bild der jungen Generation, das die italienischen Medien vermitteln, sei irreführend, sagt Raffaele Laudani, Professor für politische Ideengeschichte an der Universität Bologna. Die jungen Leute würden von der politischen Elite als ewige «Nesthocker» im «Hotel Mama» beschimpft.

    Laudani erzählt vielmehr die unheimliche Geschichte der älteren Generation, die an ihren Sesseln klebt und daran ist, ihre Kinder zu betrügen.

    Sabine Bitter

Moderation: Ellinor Landmann, Redaktion: Sabine Bitter