Kontext-Reprise: Gentechnik für Afrika?

  • Mittwoch, 5. August 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 5. August 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 5. August 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Schlechte Ernten, Hunger, Armut: Dagegen verspricht die Gentechnik Abhilfe. Doch armen Kleinbauern ist der Zugang zum teuren Gen-Saatgut oft verwehrt. Ein grosses Projekt will das ändern und speziell für Kleinbauern in Afrika einen günstigen, dürre-resistenten Gen-Mais entwickeln. Kann das gelingen?

Das Projekt «Water Efficient Maize for Africa» (WEMA) will 2017 den ersten trockenheitsresistenten Gen-Mais für afrikanische Kleinbauern auf den Markt bringen. Denn Trockenheit wird wegen des Klimawandels zu einem immer grösseren Problem für afrikanische Bauern, und Mais ist für rund 300 Millionen Menschen in Afrika die Hauptquelle für Kalorien.
Das WEMA-Projekt ist eine Public-Private-Partnership zwischen der US-Firma Monsanto und staatlichen Forschungsinstituten in Afrika. Fördern will WEMA ausserdem die lokale Saatgut-Industrie in Afrika, welche den Gen-Mais einst vermarkten soll. Dieser marktwirtschaftliche Ansatz hat die Entwicklung der Länder als Ganzes im Fokus, wird jedoch auch als zu kommerziell kritisiert.


Beiträge

  • Kleinbauern setzen auf Gen-Mais statt traditionellen Anbau.

    Die Gen-Bauern von Hlabisa

    Südafrika gilt als Pionierland für Gen-Pflanzen in Afrika. Doch bisher nutzen fast ausschliesslich Grossbauern die Technologie. Die ein bis zwei Millionen Kleinbauern haben keinen Zugang zum Hochleistungs-Saatgut.

    Mit einer Ausnahme: Rund 500 arme Kleinbauern um den Marktflecken Hlabisa bauen Gen-Mais an. Sie wollen ihn nicht mehr missen. Ein Augenschein vor Ort.

    Odette Frey

  • Kann Gentech helfen, den Hunger zu bekämpfen?

    Hunger und Armut haben viele Ursachen

    Krieg, Wassermangel, fehlende Infrastruktur: Die Ursachen für Ernährungsunsicherheit seien vielfältig, sagt Johnnie van den Berg von der Northwestern University. All diese Probleme müssten zuerst in den Griff gekriegt werden. Dann aber wäre auch der Einsatz der Gentechnik zu prüfen.

    Auf keinen Fall, widersprechen afrikanische Gentech-Skeptiker. Denn die Gentechnik drohe auf dem Kontinent die Schere zwischen arm und reich zu vergrössern.

    Odette Frey

  • Maisverkäufer in Südafrika.

    WEMA-Projekt: Gen-Mais gegen Trockenheit

    Finanziert von der «Bill and Melinda Gates»-Stiftung entwickeln Forscher in fünf afrikanischen Ländern einen gentechnisch veränderten Mais, der mit weniger Wasser auskommen soll. Die US-Firma Monsanto stellt ihnen dafür ein Gen umsonst zur Verfügung.

    Erste Feldversuche in Afrika sind erfolgversprechend, doch wie gut der Mais mit Wassermangel klarkommen wird, ist noch offen.

    Odette Frey

  • Gen-Tech: Lebensmittel aus dem Labor.

    Gentechnik: Riskant für die Umwelt?

    Die Gentechnik an sich macht Pflanzen nicht riskant. Doch jede Gen-Pflanze muss einer Risiko-Analyse unterzogen werden, um potentielle Gefahren vorzeitig zu erkennen. Auch bei herkömmlich gezüchteten Pflanzen können Auskreuzung von Genen und Resistenz-Entwicklung vorkommen.

    Odette Frey

Autor/in: Odette Frey, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Karin Salm