Künste im Gespräch: Manifesto, Russo, Radio

  • Donnerstag, 7. September 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 7. September 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 7. September 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die Zeit der grossen Kunst-Manifeste ist vorbei. Ausser für den deutschen Künstler Julian Rosefeldt. Er bringt «Manifesto» mit Cate Blanchett ins Kino. US-Schriftsteller Richard Russo findet seine Helden in den Kleinstädten ohne Zukunft. Und immer mehr Festivals leisten sich temporäre Radios. Wozu?

Die Futuristen hatten eines, Dada sowieso und die jungen Wilden protestierten in Oberhausen mit einem Manifest gegen «Opas Kino». Julian Rosefeldt hat das Prinzip des Manifestes zuerst mit einer Installation ergründet und dann einen grossen Kinofilm dazu gemacht – mit Cate Blanchett in dreizehn verschiedenen Rollen.

Die Leute, die für Trump gestimmt haben, sind auch die Leute, die ihrer Zukunftslosigkeit zum Trotz nicht aufgeben. Der amerikanische Autor Richard Russo hat einen Blick und eine Sprache für diese Menschen ohne Perspektive, ohne Ausbildung, ohne Geld.

Immer mehr Festivals richten sich temporäre Radios und eigene Sendungen ein. «Radio Antenne» nennt das Musikfestival Bern seins, das Lucerne Festival sendet gemeinsam mit geflüchteten Jugendlichen als «Radio Identity». Was und wen wollen sie damit erreichen? Und ist das die Begeisterung am Medium und nur gut gemachte PR?

Beiträge

  • Der deutsche Künstler Julian Rosefeldt bringt «Manifesto» mit Cate Blanchett ins Kino.

    Mischmasch aus Manifesten

    Futurismus, Dadaismus, Konstruktivismus - keine Kunst-Avantgarde kam in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ohne Manifest aus.

    Das ist heute anders, dennoch beschäftigt sich der deutsche Künstler Julian Rosefeldt seit Jahren mit der Textgattung, erst für eine grosse Installation, nun für seinen Kinofilm mit dem Titel «Manifesto».

    Welche zeitgenössische Bedeutung historische Manifeste heute erhalten können und wieso Cate Blanchett in «Manifesto» als Chamäleon unter den Hollywoodstars dreizehn Rollen spielt, das erklärt Julian Rosefeldt im Gespräch mit Kontext.

    Ellinor Landmann

  • Richard Russo porträtiert in seinen Romanen Menschen, die in amerikanischen Kleinstädten leben ohne Perspektive, ohne Ausbildung und ohne Geld.

    Richard Russo: «Es gibt keine kleinen Leben»

    Das grosse Thema des amerikanischen Schriftstellers Richard Russo ist das Scheitern des amerikanischen Traums. In seinen Romanen porträtiert er Menschen, die in amerikanischen Kleinstädten leben. Ohne Perspektive, ohne Ausbildung, ohne Geld.

    Sie sind in ihrem Leben steckengeblieben. Und trotzdem geben sie niemals auf. Das mache sie zu Helden, sagt Russo im Gespräch mit Kontext. Ihre aussichtslose Situation sei aber auch ein wesentlicher Grund für die Wahl Donald Trumps zum amerikanischen Präsidenten.

    Britta Spichiger

  • Festivalradios sind im Trend und sollen neue Publikumsschichten erreichen.

    Festivalradios – Was soll der Trend?

    Das Podium Festival Esslingen hat eins, die Donaueschinger Musiktage haben eins, das Lucerne Festival und das Musikfestival Bern: Ein Festivalradio.

    Gerade Musikfestivals zielen mit solchen Pop Up Radios auf Vermittlung, Partizipation und Inklusion ab und hoffen, neue Publikumsschichten zu erreichen.

    Ist das ein ernsthaftes Interesse am Medium? Ist Radio sexy genug für einen Imagegewinn? Wie journalistisch sind solche Radios? Und was ist überhaupt ihr Zweck? Ein Blick mit dem Radioexperten Frederick Stucki auf «Radio Antenne» (Musikfestival Bern) und «Radio Identity» (Lucerne Festival).

    Theresa Beyer

Autor/in: Ellinor Landmann, Britta Spichiger, Theresa Beyer, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Raphael Zehnder