Kunst aus Syrien: Innenansichten aus einem zerstörten Land

  • Dienstag, 13. Oktober 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 13. Oktober 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 13. Oktober 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die Hälfte der syrischen Bevölkerung ist auf der Flucht. Auch viele syrische Künstler und Künstlerinnen mussten in den letzten Jahren ihre Heimat verlassen und versuchen im Exil Fuss zu fassen. Ihr Thema bleibt: Syrien.

Die Anfänge der syrischen Revolution im Frühling 2011 gingen einher mit einem künstlerischen Aufbruch: Strassenaktionen, kreative Proteste, wie sie noch kurz davor nicht denkbar gewesen wären. Da kullerten Pingpong-Bälle, auf denen «Freiheit» oder «Demokratie» stand, den Kassjun-Berg in Damaskus hinunter und aus Müllcontainern erklang das Revolutionslied.

Die friedlichen Proteste wurden vom Assad Regime brutal niedergeschlagen. Was ist geblieben? Welche Rolle spielen Künstler und Kulturschaffende in der syrischen Revolution? Können sie zum Verständnis der Situation in Syrien etwas beitragen, was über die journalistische Berichterstattung hinaus geht?

Beiträge

  • Illegale Reise in die Heimat Syrien: Autorin Samar Yazbek.

    Samar Yazbek dokumentiert die misshandelte Seele Syriens

    In ihrem Reisetagebuch «Der Schrei der Freiheit» schilderte die bekannte syrische Autorin Samar Yazbek die ersten Monate der Revolution. Die Schriftstellerin lebt seit 2012 im Exil in Paris.

    Von dort aus reiste sie drei Mal illegal über die Türkei in den Norden Syriens, um die dramatischen Veränderungen vor Ort zu dokumentieren.

    Ihr Buch «Die gestohlene Revolution. Reise in mein zerstörtes Syrien» gibt ein gnadenloses Zeugnis davon, welche Wege die Revolution genommen hat.

    Die gestohlene Revolution. Reise in mein zerstörtes Syrien. Nagel & Kimche, München 2015. ISBN 978 3 3120067 2 4

    Dagmar Walser

  • Brückenbauerin: Larissa Bender (l.) im Gespräch mit der syrsichen Autorin Dima Wannous.

    Dokumentieren und Kunst: «Den Syrern eine Stimme geben»

    Die Übersetzerin Larissa Bender ist eine Brückenbauerin. Sie kennt die syrische Kultur und Kunstszene seit Jahrzehnten und hat viele arabische Schriftsteller und Schriftstellerinnen ins Deutsche übersetzt.

    In «Innenansichten aus Syrien» erinnert sie an die Kreativität und die Hoffnung, die 2011 eine ganze Generation beflügelte, und lässt syrische Künstler und Kulturschaffende zur aktuellen Situation zu Wort kommen.

    «Innenansichten aus Syrien» edition faust, Frankfurt 2014 ISBN 978-3-9815893-7-5

    Dagmar Walser

  • «Antigone of Syria»: Mohammed al-Attar interpretiert das griechische Drama in Flüchtlingslagern in Beirut neu.

    Mohammad al-Attar: Mit den Mitteln des Theaters

    Letztes Jahr hat der Theaterautor Mohammad al-Attar mit syrischen Flüchtlingsfrauen in Beirut eine Antigone-Adaption erarbeitet. Anhand von persönlichen Geschichten wird die aktuelle syrische Tragödie erzählt.

    Weil er sich an der Revolution aktiv beteiligte, musste der Theaterautor 2011 seine Heimatstadt Damaskus verlassen. Er ging nach Beirut, seit kurzem lebt er in Berlin. Das Leben im Exil stellt auch seine künstlerische Praxis radikal in Frage.

    Dagmar Walser

Autor/in: Dagmar Walser, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Karin Salm