Literarische Besonderheiten

  • Montag, 30. Oktober 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 30. Oktober 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 30. Oktober 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

So könnte man die drei Romane nennen, die heute in Kontext vorgestellt werden. Vor allem aber sind die Romane von Gerhard Falkner, Frank Witzel und Oskar Roehler formal oder inhaltlich einzigartig und gehören daher zum Aufregendsten, was in diesem Herbst im deutschsprachigen Raum erschienen ist.

Sei es die sprachliche Genauigkeit eines Gerhard Falkners, sei es die komplexe und trotzdem höchst sinnliche Erzähltechnik eines Frank Witzel oder sei es die tragikomische Wut und Wucht eines Oskar Roehler: die drei Romane «Romeo oder Julia» (Gerhard Falkner,) «Direkt danach und kurz darauf» (Frank Witzel) und «Selbstverfickung» (Oskar Roehler) sind einzigartig stark und einzigartig aufregend.

Sie verdienen es, auf ihre Besonderheit untersucht und zueinander in Bezug gestellt zu werden. Und einmal mehr bewahrheitet sich die Regel, wonach das Aufregendste nicht dort passiert, wo alle hinschauen!

Beiträge

  • Gerhard Falkner

    Gerhard Falkner: «Romeo oder Julia»

    Kurt Prinzhorn ist Schriftsteller. Als solcher ist er unterwegs auf Lese- respektive Studienreise. Innsbruck, Moskau, Madrid. Das sind die Stationen. Doch unterwegs passieren merkwürdige Dinge.

    Die Schlüssel werden gestohlen, Notizhefte mit wichtigen Aufzeichnungen, und unerklärlicherweise kleben auch schwarze Haare in der Badewanne.

    Gerhard Falkner erzählt in gewohnt genauer Sprache eine Stalking-Geschichte, die mit Elementen aus Krimi und Schauerromanen spielt, in die Tiefe der Kunstgeschichte führt und Bezüge zur Weltliteratur herstellt.

    Michael Luisier

  • Frank Witzel: «Direkt danach und kurz davor»

    Nach seinem grossen Erfolg mit «Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969», womit Frank Witzel den deutschen Buchpreis gewonnen hat, kommt nun ein weiteres Opus Magnum des Schriftstellers und Musikers.

    «Direkt danach und kurz davor» führt uns in die direkte Nachkriegszeit und behandelt die diversen Ereignisse in einer deutschen Kleinstadt genauso wie die Erinnerungen daran, und führt formal in Erzählformen, die ihresgleichen suchen.

    Michael Luisier

  • Oskar Roehler: «Selbstverfickung»

    Der Wutmonolog des abgehalfterten Filmemachers Gregor Samsa – nicht nur wegen seiner plötzlichen Verwandlung vom Linksliberalen zum gesellschaftlichen Ungeziefer so genannt – gehört zum Härtesten, was der Buchherbst zu bieten hat.

    Eine satirische Abrechnung mit Gesellschaft, Medien- und Filmwelt, satirisch, böse und wunderbar politisch unkorrekt.

    Michael Luisier

Autor/in: Michael Luisier, Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Dagmar Walser