Literatur im Gespräch zu Punk und dem Lebensgefühl jener Zeit

  • Donnerstag, 26. Mai 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 26. Mai 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 26. Mai 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

London feiert dieses Jahr 40 Jahre Punk. Die einst rebellische und anarchische Jugendbewegung ist salonfähig geworden. Sogar die Queen feiert mit. Punk ist zurzeit auch in der Literatur ein Thema.

Die ehemalige Punk-Ikone Viv Albertine schildert in ihrem autobiografischen Roman «A Typical Girl» wie sie als Frau und Bandmitglied die Punkszene in London erlebt hat. Als wütende, junge Punkerin ohne Zukunftsaussichten schockte sie das englische Establishment.
Ebenfalls in der Punkszene angesiedelt - allerdings in New York - ist der umfangreiche Gesellschaftsroman «City on Fire» des jungen amerikanischen Autors Garth Risk Hallberg. Sein Roman spielt zurzeit des grossen Stromausfalls von 1977. Er zeigt ein New York, das mit Kriminalität und Chaos zu kämpften hat. Der Roman war die literarische Überraschung in den USA im letzten Herbst. Punk in der Literatur, Esther Schneider diskutiert darüber mit Philipp Theisohn, Literaturwissenschafter und Professor an der Universität Zürich, und Kulturredaktor Raphael Zehnder.


Beiträge

  • Die Ramones währende eines Konzertes im legendären New Yorker Club CBGB's.

    «City on Fire» von Garth Risk Hallberg

    Der amerikanische Autor Garth Risk Hallberg hat einen Gesellschaftsroman geschrieben, den er in New York im Jahre 1977 ansiedelt. City On Fire thematisiert die Finanzkrise der Stadt, die Kriminalität, die Verslummung aber auch die unglaublich kreative Energie die damals Künstler anzog.

    Der Autor präsentiert uns ein dichtes Geflecht von Figuren aus allen gesellschaftlichen Schichten, die sich mit der Stadt und ihren Problemen herumschlagen. Alles steuert auf den grossen Stromausfall im Juli 1977 zu, der eine Welle von Vandalismus auslöst und die Stadt in einen Ausnahmezustand versetzt.

    Esther Schneider

  • Mit 61 noch so wütend wie mit 20: Viv Albertine

    «A Typical Girl» von Viv Albertine

    Viv Albertine war Lead Gitarristin in der englischen Frauen-Punkband «Slits». Sie war der Schrecken des englischen Establishments.

    Aus armen Verhältnissen stammend, wütend, gelangweilt und ohne Zukunftsaussichten gründete sie mit anderen Frauen die «Slits».Heute, mit 61 Jahren, schaut sie auf ihr Leben zurück, packt in ihrem Memoiren «A typical Girl» schonungslos aus, schreibt über Rebellion, Drogen, Punk und das Leben nach der Band. Und sie ist noch heute mit 60 so wütend wie damals mit 20ig als Gitarristin der berüchtigten Frauen Punkband «Slits».

    Esther Schneider

  • John Lydon alias Johnny Rotten erlangte mit seinen Sex Pistols Ikonenstatus.

    «Anger is an Energy. Mein Leben unzensiert» von John Lydon

    Der Punk und die grosse Rebellion in der englischen Klassengesellschaft. «Anarchy in the UK», das ist die Parole und zugleich der erste ongtitel der Sex Pistols. Und Jonny Rotten alias John Lydon ist der Star der britischen Band. Der Punk. In der Autobiographie erzählt er sein Leben: unzensiert.

    Zur Musik kommt er durch Zufall. Er selbst hat keine Zukunft, als Kind aus der Unterschicht, das nur als Untertan der Krone von Nutzen ist und sonst ohne Chance. So fühlte es sich an und so sieht er es heute, Jahrzehnte später im Rückblick.

    Esther Schneider

Autor/in: Esther Schneider, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Christoph Keller