Mit dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes nach Dachau

  • Dienstag, 27. Oktober 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 27. Oktober 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 27. Oktober 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

In Kriegszeiten stellt sich auch die Frage, was humanitäre Organisationen für die Opfer leisten. «Kontext» blickt 70 Jahre zurück auf das Ende des 2. Weltkriegs und beleuchtet den Handlungsspielraum des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern.

Wenn von der humanitären Tradition der Schweiz die Rede ist, wird oft auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) genannt. «Kontext» blättert in der Geschichte des IKRK 70 Jahre zurück, in jene Zeit, als der 2. Weltkrieg zu Ende ging.

Im Zentrum steht dabei eine Schweizer Kinderkrankenschwester, die im Mai 1945 im Auftrag des IKRK ins KZ nach Dachau ging: Marga Dürst (97) erinnert sich noch heute an ihren Besuch im KZ. Der Bericht der Augenzeugin wirft Fragen auf: Was hat das IKRK für die KZ-Häftlinge getan? Und warum hat es damals den moralischen Kompass verloren, wie der heutige IKRK-Präsident, Peter Maurer, vor Kurzem einräumte?

Beiträge

  • Die Krankenschwester Marga Dürst fuhr im Mai 1945 ins KZ Dachau.

    Schweizer Besuch im KZ Dachau

    Anfang Mai 1945 fährt die junge Kinderkrankenschwester Marga Dürst im Auftrag des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes in einem Hilfskonvoi nach Dachau. Sie trifft dort auf KZ-Überlebende, auf US-amerikanische Soldaten und ehemalige SS-Männer, die zu Kriegsgefangenen geworden sind.

    Die Helferinnen und Helfer aus der Schweiz sind mangelhaft ausgerüstet und auf das, was sie in Dachau erwartet, nicht vorbereitet.

    Sabine Bitter

  • Oft konnten die Helfer die Opfer nur noch einsargen: Ein IKRK-Arzt und ein unbekannter Mann 1945 im KZ Dachau.

    Rotes Kreuz und Hakenkreuz

    Daniel Palmieri, «Historical Research Officer» beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz in Genf, äussert sich zur Rolle des IKRK zwischen 1933 und 1945.

    Den immer wieder zu hörenden Vorwurf, das IKRK habe nichts für die KZ-Insassen getan, relativiert er, sieht aber dafür andere, gravierende Versäumnisse der Organsiation.

    So ist Daniel Palmieri der Frage nachgegangen, wie es möglich war, dass in Auschwitz das Gas in einem Auto des Roten Kreuzes transportiert wurde. Er begründet, warum das IKRK sich öffentlich klarer hätte positionieren müssen.

    Felix Schneider

Autor/in: Sabine Bitter und Felix Schneider, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Raphael Zehnder