Neue Grossmütter braucht das Land!

  • Dienstag, 11. Oktober 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 11. Oktober 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 11. Oktober 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die Grossmütter von heute sind so gebildet, so fit und so eigenständig wie keine Generation vor ihr. Nebst den Enkeln bewegt sie auch noch manch Anderes in der Welt. Eine Korrektur des Altersbildes tut not.

Grossmütter leisten seit jeher einen grossen Beitrag für das Gelingen der Generationenbeziehungen und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Durch ihre gestiegene Lebenserwartung begleiten sie ihre Grosskinder neuerdings meistens bis in deren Erwachsenenalter.

Auch sonst wandelt sich ihre Rolle. Manche von ihnen sind Revolutionärinnen. Im Zuge der «Grossmütter-Revolution» wollen sie das Bild ihrer Generation korrigieren. Frauen, die ihr Leben lang engagiert, beruflich erfolgreich oder politisch aktiv waren, haben mehr zu bieten als Gutzibacken und Sockenstricken, mehr als Märchenerzählen und Eile mit Weile.

Kontext gibt Einblick in die aktuelle Generationenforschung und historische Wandlungsprozesse, befragt Kinder zu ihren Grosseltern und ist auf der Probe einer grossmütterlichen Rockband dabei.

Beiträge

  • Das waren noch Zeiten!

    Die Historikerin Heidi Witzig erinnert sich gut an ihre Grossmütter. Nun ist sie selber eine. Eigentlich hatte die 72 jährige Grossmutterrevolutionärin alles andere als eine aktive und verbindliche Grossmutterschaft im Sinn.

    Aber dann hielt sie ihren frischgeborenen Enkel im Arm und das Konzept verflüchtigte sich.

    In einem Gespräch mit drei Perspektiven bespiegelt die Historikerin den Wandel einer wichtigen Rolle. Erstens aus historischer Sicht, zweitens aus politischer Sicht und drittens aus ganz persönlichem Erleben.

    Cornelia Kazis

  • Die Grossmütter-Rockband

    Sie heissen crème brûlée, benannt nach einem alten und bewährten Rezept. Fünf Frauen zwischen 55 und 70 machen gemeinsam Rockmusik. Sie irritieren und das ist ihnen ganz recht.

    «Man soll tun, was einem gut tut», findet die Frontfrau. Auch wenn es nicht den gesellschaftlichen Normen entspricht. Und auch wenn sie den Verstärker nicht mehr selbst tragen können, oder fürs Notenlesen eine Brille aufsetzen müssen.

    Rahel Walser

  • Mit den Augen von Kindern

    Lasagne, Zitronenkuchen und Spaghetti Carbonara. Spontan denken die Kinder vor allem ans Essen, wenn sie an ihre Grossmütter denken. Doch das Grossmami ist natürlich mehr als nur eine gute Köchin.

    Sie sei immer da, beschreiben die Kinder, auf eine Art, wie das Mami es manchmal nicht sein könne, wenn der hektische Alltag dazwischen kommt. Bei der grossen Mutter hat alles ein bisschen mehr Zeit, ist alles ein bisschen sanfter. Und alt, nein, alt sei die Grossmutter nicht. Sie renne auf den Bus, mache auf dem Robispielplatz alles mit und sei ziemlich auf Achse.

    Rahel Walser

  • Generationenforschung

    Heute werden Frauen mit Kindern durchschnittlich mit 52 Jahren Grossmütter. Sie stehen in ihrem sechsten Lebensjahrzehnt ganz anders im Leben als noch ihre Mütter. Sie sind meistens berufstätig und ihre Eltern sind nicht selten noch am Leben, werden aber langsam schwächer und pflegebedürftig.

    Sie sind stark gefordert und wollen zugleich selbstbestimmt leben.

    Pasqualina Perrig Chiello ist Psychologieprofessorin und eine versierte Generationenforscherin. Sie gibt Einblick in eine wichtige Korrektur des Altersbildes und überrascht auch mit Interessantem zum Thema Grossväter.

    Cornelia Kazis

Autor/in: Cornelia Kazis, Rahel Walser, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Michael Sennhauser