Töten als Strafe

  • Dienstag, 6. Oktober 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 6. Oktober 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 6. Oktober 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Amnesty International zufolge wurden im vergangenen Jahr weltweit mindestens 2466 Todesurteile ausgesprochen. Die Todesstrafe ist in 22 Ländern nach wie vor eine gängige Praxis, nicht zuletzt in den USA. Was für eine Vorstellung von Schuld und Sühne verbirgt sich hinter dieser Praxis?

Dass der Organisator von Auschwitz, Adolf Eichmann, 1961 von einem israelischen Gericht mit der Todesstrafe belegt wurde, scheint nachvollziehbar. Wenn der Ankläger von damals, Gabriel Bach, dieses Urteil heute noch rechtfertigt, so ist ihm breite Zustimmung gewiss.

Dennoch ist die Todesstrafe eine Strafform, die in der westlichen Welt heute eher auf Ablehnung stösst. Gleichwohl sprechen sich z.B. von den 21 US-amerikanischen Präsidentschaftsanwärtern nur gerade drei dezidiert dagegen aus.

Eine Bestandsaufnahme im Vorfeld des Welttags gegen die Todesstrafe.

Beiträge

  • Gabriel Bach verteidigt die Todesstrafe für Adolf Eichmann bis heute.

    Die «gerechte» Todesstrafe

    Die israelische Verfassung lässt die Todesstrafe nicht zu. Es sei denn, es geht um Völkermord. Mit dieser Ausnahmeregelung konnte 1961 Hitlers KZ-Organisator Adolf Eichmann von einem Strafgericht in Jerusalem zum Tode verurteilt werden.

    Gabriel Bach, der letzte lebende Ankläger jenes Aufsehen erregenden Prozesses steht noch heute hinter diesem Strafmass. Seine Begründung: Eichmann habe seine Taten nie bereut.

    Remi Bütler

  • Gegen die Todesstrafe in den USA wird immer wieder demonstriert.

    Heisses Eisen: Todesstrafe in der westlichen Demokratie

    Die USA ist die letzte westliche Demokratie, die an der Todesstrafe festhält. Immer wieder mal geraten sie deswegen ins Kreuzfeuer der Kritik. Nicht zuletzt, weil einige der oft schwarzen Delinquenten unschuldig hingerichtet werden.

    Die Amerikaner sind in der Frage der Todesstrafe tief gespalten. Und kaum ein Präsidentschaftskandidat macht diese archaische Strafform je zum Thema. Aktuell sprechen sich nur gerade drei von 21 Kandidaten explizit dagegen aus.

    Rita Schwarzer

  • Ein Amnesty-Plakat gegen Todesstrafe.

    Sühne – aber für wen?

    Kann ein Verbrechen mit dem Tod des Täters oder der Täterin gesühnt werden? Ist die Todesstrafe als ultimatives Mittel der Abschreckung gerechtfertigt? In welchen Ländern wird die Todesstrafe nach wie vor angewandt, und weshalb?

    Fragen an Patrick Walder, Kampagnenkoordinator und Experte für das Dossier «Todesstrafe» bei Amnesty international.

    Bernard Senn

Autor/in: Rita Schwarzer, Remi Bütler, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Michael Sennhauser, Bernard Senn