Überleben in der Nische – der Umbruch im Musikhandel

  • Dienstag, 20. Dezember 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 20. Dezember 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 20. Dezember 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Wer musiziert, braucht Noten und ein Instrument. Viele bestellen alles online – vom Notenheft bis zur Violine. Traditionsgeschäfte wie Musik Hug schrumpfen, kleinere Anbieter müssen aus der Nische heraus operieren. Ist der Handel mit Musik ein Verlustgeschäft?

Das Umfeld für den Musikhandel ist schwieriger geworden. Die Umsätze schrumpfen, die Kundschaft bewegt sich zunehmend im Internet.

Was aber sind die Konsequenzen für die Kundschaft, die sich im Internet ein Instrument besorgt hat und damit zur ersten Musikstunde anmarschiert? Ist es überhaupt spielbar? Occasion-Käufe haben ihre Tücken, wie ein Besuch beim Fachhändler für Blasinstrumente zeigt.

Klassik kaufen oder downloaden? Der Notenkauf übers Internet bietet viele Varianten, von der teuren musikwissenschaftlich kuratierten Urtext-Ausgabe bis zum billigen antiquarischen Notenheft oder gar Gratis-Download. Klavierstücke von Franz Schubert gibt es in unzähligen Ausgaben. Die billigste Variante ist nicht immer die allerbeste.

Wer in einer Rock-, Blues- oder Heavy Metal-Band Gitarre spielt, besorgt sich nur noch ganz selten ein Heft mit gedruckten Noten. Vieles wird ab CD oder aus mp3-File herausgehört und auswendig gelernt. Der Austausch via Datenbank im Internet läuft am etablierten Handel vorbei.

Und im bayrischen Burgebrach hat der Grossanbieter Thomann ein riesiges Versandlager aufgebaut und bedient nach eigenen Angaben jährlich über 200 000 Kunden im In- und Ausland, zum grössten Teil im Internet. Thomanns «Hot deals» umfassen Musikinstrumente, Verstärker, Mikrofone und Zubehör aller Art.

Im Gespräch mit Musikredaktor Andreas Crepon-Müller sind die Alexander Steinegger, Geschäftsführer der Krompholz Musik AG, Bern und Andreas Stoffler von Stoffler Musik, Basel. Die beiden Unternehmer aus dem Musikhandel geben Einblick in das schwierige Geschäft mit Instrumenten, Noten und Co.

Beiträge

  • Das Schnäppchen aus dem Internet – Klarinette mit Reparaturbedarf

    Zusammen mit der Klarinettistin Silvia Riebli sucht Andreas Müller-Crepon nach einer Klarinette – im Internet. Dort gibt es einige Schnäppchen, die zwar günstig sind, aber gerade mal für die Fasnacht taugen. Das sagt Adrian Lohri, Fachhändler und Geschäftsführer der Musikpunkt AG.

    Der Internethandel verändere sein Geschäft. Der Kunde erwarte niederschwelligen Zugang zum Angebot und volle Transparenz bei den Preisen.

    Andreas Müller-Crepon

  • Musiknoten für Blasmusik

    Laut Schweizerischem Blasmusikverband zählt die Schweizer Musiklandschaft in Kantonalverbänden über 2000 Musikvereine. Das ist auch ein Markt für die Musikhändler. Neben den Instrumenten sind da auch immer wieder neue Noten für neue Stücke gefragt.

    Andreas Müller-Crepon besucht die Klarinettistin und Dirigentin Silvia Riebli bei einer Probe.

    Andreas Müller-Crepon

  • Klassik fürs Klavier: Als Download kopieren oder doch kaufen?

    Moritz Weber sucht Noten für das Impromptu in es-moll D946 von Franz Schubert. Wie kommt man heute an Noten klassischer Klavierstücke?

    Kauft man sie im Musikaliengeschäft oder Online? Und was taugen Gratis-Noten aus der Online-Bibliothek? Ein Erfahrungsbericht.

    Moritz Weber

  • Ein Heavy-Metal-Gitarrensolo zum Nachspielen, gratis und franko

    Rasante Melodien, vertrackte Rhythmen: Ein Heavy-Metal-Stück zu spielen ist in etwa gleich anspruchsvoll wie eine klassische Bachpartita.

    Aber beim Heavy Metal gibt es ein Problem: Im offiziellen Handel gibt es wenig Noten. Dafür ist Heavy Metal zu wenig Mainstream. Einen Weg, um an Noten zu kommen, gibt es trotzdem, aber nicht legal.

    Roman Hošek

  • Versandhandel im Internet: Umsatz in Millionenhöhe

    Als Versandhändler mit jährlich über 8 Millionen Kunden deckt Thomann, ein Anbieter aus dem oberfränkischen Treppendorf den internationalen Markt ab und will weiter wachsen.

    Thomann.de hat sich in zwei Generationen vom Familienbetrieb zum Versandlager mit Laden und Servicebetrieb entwickelt und beschäftigt heute rund 1300 Mitarbeiter.

    Andreas Müller-Crepon hat den Mitinhaber und Geschäftsführer Johann Thomann nach seinem Erfolgsrezept befragt.

    Andreas Müller-Crepon

Autor/in: Andreas Müller-Crepon, Roman Hošek, Moritz Weber, Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Julia Voegelin und Andreas Müller-Crepon