«Vault 7»: Empörung, dann Stille

  • Mittwoch, 5. April 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 5. April 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 5. April 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Am 7. März hat die Webseite «Wikileaks» unter dem Titel «Vault 7» («Tresor 7») Dokumente veröffentlicht, die Auskunft geben über den Cyberwar-Werkzeugkasten der CIA. Die Schlagzeilen waren fett. Aber sofort verschwand das Thema wieder aus den Medien.

Die CIA kann - zum Beispiel - Smartphones hacken und in die Elektronik von Autos eindringen, um die Kontrolle über das Fahrzeug zu übernehmen. Sie kann Fernseher zu Horch- und Beobachtungsposten umfunktionieren. Die Enthüllungen von «Wikileaks» schockieren, bestätigen aber bloss, was schon bekannt war: Digitalisierung und «smarte» Technologie bieten den Ueberwachern reichhaltige Möglichkeiten.

In wessen Interesse ist die Veröffentlichung dieser Dokumente? Der Verdacht, «Wikileaks» habe sich im US-Wahlkampf von Russland instrumentalisieren lassen, ist nicht ausgeräumt. Sind die veröffentlichten Computercodes eine Gefährdung für die öffentliche Sicherheit, wenn sie Kriminellen oder anderen Geheimdiensten in die Hände fallen?

«Kontext» spricht übers Rechtlich-Technische mit Rechtsanwalt Martin Steiger («Digitale Gesellschaft») und über die politischen Zusammenhänge mit dem Politikwissenschafter Josef Braml (Deutsche Gesellschaft für auswärtige Politik) und erinnert an das letzte grosse Geheimdienst-Leck: die NSA-Affäre von 2013.

Beiträge

  • Wann dürfen Schweizer Behörden sich in Ihr Smartphone hacken?

    Realität und Recht

    Der Zürcher Rechtsanwalt Martin Steiger («Digitale Gesellschaft») war ein Kritiker des neuen Nachrichtendienstgesetzes, das die Schweizer Stimmberechtigten im Herbst 2016 annahmen. Er weiss, welche Möglichkeiten zur Überwachung Behörden haben.

    Welche werden heute – auch in der Schweiz – praktiziert? Welche sind legal? Welche Folgen hat für ihn die Enthüllung des Werkzeugkastens der CIA? Ein Gespräch.

    Raphael Zehnder

  • Der Journalist Glenn Greenwald veröffentlichte Snowdens Dokumente in einem Buch.

    Historisches Datenleck – der NSA-Skandal

    Der ehemalige NSA-Mitarbeiter und Whistleblower Edward Snowden enthüllte 2013, wie US-amerikanische Geheimdienste wie die NSA systematisch elektronisch übermittelte Daten und Informationen absaugen und damit die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger verletzen.

    Ein Jahr später veröffentlichte der Journalist Glenn Greenwald einen Teil von Snowdens Dokumenten in einem Buch, das das Ausmass der globalen Überwachung aufzeigte.

    Sabine Bitter

  • Josef Braml ist deutscher Politikwissenschaftler und Autor.

    Transatlantische Erschütterung?

    Die Geheimdienste sollten Bevölkerung und Staat schützen. Wie der NSA-Skandal und «Vault 7» zeigen, sind sie jedoch auch ein Unsicherheitsfaktor: Sie überwachen die Bürgerinnen und Bürger fast unbegrenzt, tauschen Informationen aus und gefährden mit ihren Sicherheitslücken den Staat.

    Treiben die neuesten Enthüllungen einen Keil zwischen USA und Europa? Gefährden sie das Vertrauen in staatliche Organe? Was, wenn diese Informationen in die Hände anderer Geheimdienste oder Krimineller gelangen? Antworten des Politikwissenschaftlers Josef Braml (Deutsche Gesellschaft für auswärtige Politik).

    Raphael Zehnder

Autor/in: Raphael Zehnder und Sabine Bitter, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Dagmar Walser