Wenn Staaten zerfallen, fliehen die Menschen

  • Dienstag, 29. März 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 29. März 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 29. März 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Länder wie Somalia, Mali, aber auch die Zentralafrikanische Republik und viele andere gelten als zerfallene Staaten. Sie wieder aufzubauen ist schwieriger, als viele Politiker glauben.

Man soll die Entwicklungszusammenarbeit auf Länder lenken, aus denen viele Flüchtlinge kommen – das fordern bürgerliche Parlamentarier und das will auch die Direktion für Entwicklungszusammenarbeit, die DEZA. Man möchte das Übel an der Wurzel packen und verhindern, dass noch mehr Menschen migrieren.

Doch so einfach ist das nicht, wie ein Augenschein in Somalia, in Puntlant und in Somaliland zeigt - und auch Expertinnen und Experten im Bereich Friedensarbeit und Entwicklungszusammenarbeit sind skeptisch.

Beiträge

  • Ständig bedroht von den Milizen der Al Shabab: die Bevölkerung Somalias.

    Nur weg von hier

    Somaliland und Puntlant sind zwei der somalischen Provinzen, die relativ friedlich sind – viel friedlicher als etwa der Rest von Somalia. Und doch ist auch hier die Unsicherheit gross, vor allem aber fehlt den Menschen eine Perspektive. Sie wollen nur eins, weg von hier.

    Arndt Peltner

  • Seit dem Zerfall Somalias machen islamistische Al-Shabab-Rebellen die Region unsicher.

    Eine stete Bedrohung

    Die Al Shabab Miliz in Somalia bedroht ganze Landstriche, führt ein Terrorregime und bekämpft die Regierung. In einem Camp sollen übergelaufene Terroristen resozialisiert werden – mit zweifelhaftem Erfolg.

    Patrik Wülser

  • Entwicklungshilfe ist wirksam – aber nicht sofort.

    Mal schnell Frieden schaffen

    Wenn Politiker fordern, dass man in den krisengeschüttelten Ländern mal rasch Frieden schaffen soll, täuschen sie sich, sagen übereinstimmend Andrea Iff, sie leitet die Abteilung Staatenbildung, Business und Frieden beim schweizerischen Friedensinstitut Swisspeace; und Esther Marthaler, sie ist Sozialanthropologin und Co-Leiterin der Abteilung Governance und Friedensförderung bei der Entwicklungsorganisation Helvetas.

    Christoph Keller

Autor/in: Christoph Keller, Arndt Peltner, Patrik Wülser, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Karin Salm