«Die Stimmen von Marrakesch» von Elias Canetti 2/9

Der berühmt gewordene Reisebericht ist das aufschlussreichste Buch über die marokkanische Stadt und das orientalische Leben. Erst 15 Jahre nach seiner Rückkehr aus Marrakesch, also 1969, hat der Nobelpreisträger seine Erinnerungen und Reiseskizzen zu literarischen Miniaturen des Orients verarbeitet.

Eine Fotografie eines Mannes liegt neben einem aufgeschlagenen Buch.
Bildlegende: In «Die Stimmen von Marrakesch» beschreibt Elias Canetti seine Reise nach Marokko. Keystone/Steffen Schmidt

In der 2. Folge entführt Canetti die Zuhörer in den Kreis der blinden Bettler, deren Rufe und Gebaren voller Geheimnisse für ihn stecken. Vor allem der alte Mann, der das ihm geschenkte Geld im Munde lutscht, fasziniert ihn so sehr, dass Canetti nicht bemerkt, dass er vom Beobachter selbst zum Beobachteten wird.

Der Schriftsteller Elias Canetti (1905-1994) emigrierte 1938 nach dem „Anschluss Österreichs an Nazideutschland nach London, wo er einige Jahrzehnte blieb, bevor er sich für die letzten Jahre seines Lebens in der Schweiz niederliess. Canettis Werk fand erst spät Beachtung; 1981 erhielt er den Nobelpreis für Literatur für seinen Roman «Die Blendung».

Sprecher: Enrico Baccalà - Produktion: SRF 1984 - Dauer: 25‘

Aus urheberrechtlichen Gründen dürfen wir diese Lesung nur bis Ende April 2016 auf unserer Internetseite zum Nachhören und Download zur Verfügung stellen.

Redaktion: Susanne Janson