«Ich nannte ihn Krawatte» von Milena Michiko Flašar 10/10

Nach wochenlangem, vergeblichem Warten hat Hiro sich aufgemacht und ist zu Oharas Adresse gefahren. Dort trifft er auf Kyoko, die ihm erzählt, dass Ohara vor sieben Wochen an Herzversagen gestorben ist. Auf dem Heimweg. Und Hiro war der Letzte, der ihn gesehen hat.

Symbolbild: Ein Koffer voll mit verschiedenen Krawatten.
Bildlegende: Kyoko erhält die Krawatte zurück. Reuters

Hiro gibt Kyoko die Krawatte zurück. Er erzählt von seiner Begegung mit Ohara und wie wichtig der Freund für ihn geworden ist. Kyoko lässt ihn tief in ihr Leben mit Ohara blicken. «Welch ebenmässige Schönheit liegt», sagt sie, «in unserem Versuch, den Entscheidungen, die wir getroffen hatten, die Treue halten zu wollen.» Und meint damit Oharas Versprechen vom Alltag und ihr eigenes Versprechen, wegen dieses Alltags bei Ohara bleiben zu wollen.

Auf Hiros Heimweg geschieht das Unglaubliche: Jemand spricht ihn an, es ist sein totgeglaubter Dichterfreund Kumamoto. Der hat inzwischen auch einen zweiten Selbstmordversuch überlebt, erzählt von seinen Klinikaufenthalten, von seiner Genesung. Verändert, etwas aufgeschwemmt und doch der gleiche. Denk- und publikumssüchtig. Hiro geht nach Hause und isst mit seinen Eltern zu Abend. Das erste Mal seit 2 Jahren.

Mit: Stefan Roschy (Hiro), Hanspeter Müller-Drossaart (Ohara), Irina Schönen (Ohara Kyoko), Jonas Rüegg (Kumamoto Akira)

Technik: Mirjam Emmenegger und Ueli Karlen - Regie: Margret Nonhoff - Produktion: SRF 2016 - Dauer: 28‘

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir Ihnen die Lesung nur bis zum 21. Juni 2016 zum Nachhören anbieten.

Redaktion: Margret Nonhoff