«Schloss Gripsholm» von Kurt Tucholsky 7/7

Warum die Frau Adriani der Prinzessin plötzlich wie ein exotisches Fabeltier vorkommt: Der letzte Urlaubstag

Kupferstich mit einer Ansicht des Schlosses vor Wäldern.
Bildlegende: Das Schloss Gripsholm in einer Illustration von 1865. National Library of Norway/Wikimedia

Der Urlaub geht dem Ende zu. Billie ist abgereist und kein Schatten trübt das Beisammensein von «KurtPeterDaddyFritzchen» und der «Prinzessin». Bald wird man wieder in Berlin sein und Schloss Gripsholm süsse Erinnerung werden. Doch eine Sache ist da noch: das Kind, «der kleine Gegenstand» muss noch aus der Gewalt der Kinderheimdirektorin Adriani befreit werden.

Das Buch erschien 1931. Da hatte Kurt Tucholsky (1890-1935) Deutschland schon den Rücken gekehrt; nicht mehr lange und einer der wichtigsten politischen Autoren würde verstummen. In Schweden, wohin er umgesiedelt war, fand er die Inspiration für diese Erzählung. Ein Sommervergnügen sollte es sein: für die handelnden Personen genauso wie für die Leserschaft seines Romans. Leicht und die Zeit süss zerdehnend, durchsetzt mit Tucholskys Witz und seinem Sprachgenius, entspannt sich die Geschichte zweier Verliebter, ihrer Freunde und eines gequälten Kindes.

Günther Pfitzmann, Berliner mit Leib und Seele, verpasst der Geschichte mit ihren zahlreichen «plattdütschen» Einsprengseln genau das richtige Mass an Berliner Schnauze, Freigeist und Wehmut nach einer irgendwie vergangenen Zeit.

Sprecher: Günther Pfitzmann Produktion: SRF 1976 Dauer: 35

Redaktion: Susanne Heising