Imagination. Dieter Schnebels «Schubert-Phantasie»

Es gebe noch viel Uneingeholtes im Vergangenen, sagte der Philosoph Ernst Bloch einmal. Dieter Schnebel, der Komponist, nahm sich das zu Herzen. Nahm sich alte Musiken vor und beleuchtete sie neu.

Ausschnit aus einer Oper von Dieter Schnebel.
Bildlegende: Dieter Schnebel nimmt alte Musik und interpretiert sie neu. Keystone

Wie zum Beispiel in seinem «Wagner-Idyll». Dem «Mahler-Moment». Der «Beethoven-Sinfonie» Oder eben: in der «Schubert-Phantasie». Diese Schubert-Phantasie instrumentiert einerseits die G-Dur-Klaviersonate D 894, fächert einerseits den Klavierklang auf in ein Orchester aus Bläsern, Streichern, Vibrafon, Pauken und Harfe, andererseits zeichnet ein zweites Streichorchester ein sogenanntes «Blendwerk»: das folgt dem geheimen Grundklang, der in der Schubertsonate immer mitschwingt. Da verdichten sich Gebilde, rücken in die Ferne, kommen wieder näher, zerstäuben, lösen sich auf, verklumpen und verdampfen wieder.

Ein Klassiker der Moderne ist Schnebels «Schubert-Phantasie» geworden, und der Schweizer Komponist Daniel Ott (übrigens Schnebels Nachfolger als Kompositionsprofessor in Berlin) macht sich seine Gedanken darüber.

Gespielte Musik

Redaktion: Florian Hauser