Wider die Lust auf das Mittelmass: Walter Jens im Gespräch

Am Sonntag ist der Philologe und Schriftsteller Walter Jens nach langer Demenzerkrankung 90jährig gestorben. Er war ein Einmischer, Rhetorik war sein Beruf. In Tübingen hatte er 1963 bis 1988 Deutschlands ersten Lehrstuhl für allgemeine Rhetorik inne.

Der unbestechliche Zeitzeuge Walter Jens (1923-2013).
Bildlegende: Der unbestechliche Zeitzeuge Walter Jens (1923-2013). Keystone

Anders als Politiker und Diplomaten liebte Walter Jens den Klartext. Als überzeugter Demokrat und moralische Instanz weit über die Landesgrenzen hinaus, hatte er zu vielen Themen etwas zu sagen nachzuhören im Gespräch, das Hansjörg Schultz 1998 mit Walter Jens in dessen Tübinger Studierstube geführt hat.

Es geht um Deutschlands neue Regierung und die von Martin Walser angestossene Antisemitismus-Debatte, es geht um Europa und die politische Neigung, den Stammtisch zum Mass aller Dinge zu machen. Und es geht um Walter Jens, den unbestechlichen Zeitzeugen und unorthodoxen Denker.

Autor/in: Hansjörg Schultz