Abgeschoben, gedemütigt, missbraucht - protestantische Armenerziehung unter der Lupe

Nicht nur in römisch-katholischen Erziehungsheimen erlebten Kinder Gewalt, sexuelle Übergriffe und psychischen Druck. Auch in evangelischen Einrichtungen haben Schützlinge unter den damaligen «Erziehungsmethoden» gelitten.

Historikerinnen und Historiker arbeiten die Schweizer Armenerziehung jetzt auch mit Blick auf den protestan-tischen Einfluss auf.
Bildlegende: Historikerinnen und Historiker arbeiten die Schweizer Armenerziehung jetzt auch mit Blick auf den protestan-tischen Einfluss auf. Keystone

Historikerinnen und Historiker arbeiten die Schweizer Armenerziehung jetzt auch mit Blick auf den protestan-tischen Einfluss auf.

Ob im Heim oder in der Pflegefamilie - die Religion spielte dort lange eine zentrale Rolle. Denn die Kinder sollten zu gottesfürchtigen, arbeitsamen Menschen erzogen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, waren Prügelstrafen, Demütigungen oder Essensentzug gang und gäbe. Nur wenige störten sich daran: Pfarrer, Gemeindeangestellte, Lehrerinnen oder auch Ärzte unter¬stützten gewalttätige Handlungen oder schauten einfach weg. Die protestantische Sittlichkeitsbewegung hat die Armenerziehung lange geprägt.

Redaktion: Kathrin Ueltschi