Durchfall hat immer Saison

Campylobacter-Infektionen zählen weltweit zu den häufigsten Ursachen von Durchfallerkrankungen durch Lebensmittel. Das Bakterium hat nicht nur während der Grillzeit im Sommer Hochsaison – auch im Winter ist es für eine Häufung der Erkrankungen verantwortlich.

Rohes Poulet auf einem Holzbrett. Dahinter lauern Campylobacter-Bakterien.

Bildlegende: Verunreinigtes Pouletfleisch zählt zu den Hauptursachen für heftige Darmleiden. Fotomontage/Colourbox

Jährlich werden in der Schweiz 7000 bis 8000 Durchfallerkrankungen durch Lebensmittel verzeichnet. Eine Forschungsarbeit des Swiss TPH belegt: Der häufigste Grund für eine Ansteckung ist rohes Fleisch, im speziellen Geflügelfleisch, das mit dem Campylobacter-Bakterium kontaminiert ist.

In der Studie stellte sich heraus, dass der Konsum von Fleischfondue (z.B. Fondue Chinoise) das Risiko einer Ansteckung erhöht – insbesondere, wenn dabei frisches Geflügelfleisch verwendet wird. Es zeigte sich auch, dass die Hälfte der Patientinnen und Patienten mindestens eine Woche krank war. Rund 15 Prozent der Erkrankten mussten stationär im Spital behandelt werden.


Starker Anstieg von Darminfektionen

1:32 min, aus HeuteMorgen vom 29.12.2015

Hygiene schützt

Das Risiko einer Infektion lässt sich durch einfache Hygienemassnahmen verringern. Verwendet man zum Beispiel für das Fleischfondue nur gefrorenes Fleisch und für das rohe Fleisch separate Teller, sinkt die Gefahr einer Ansteckung.

Allgemein sollte bei der Zubereitung von frischem Poulet auf gute Küchenhygiene geachtet werden und rohes Fleisch nicht mit genussfertigen Speisen (etwa Beilagen und Salat) in Berührung kommen.

  • Rohes Geflügel immer auf demselben Schneidebrett schneiden und dieses ausschliesslich dafür benutzen.
  • Für rohes Geflügel kein Holz-, sondern ein Kunststoff-Schneidebrett benutzen.
  • Das Schneidebrett nach dem Geflügel-Schneiden in der Abwaschmaschine reinigen.
  • Wer keine Abwaschmaschine hat, schrubbt das Geflügel-Schneidebrett mit Abwaschmittel und spült es einige Minuten lang mit mindestens 60 Grad heissem Wasser gründlich ab.