Laserpointer – wie gefährlich sind sie wirklich?

Immer wieder werden Autofahrer, Lokführer oder Piloten mit Laserpointern attackiert. Das Gefährlichste daran ist die kurzfristige Blendung, die es den Opfern verunmöglichen kann, ihr Fahrzeug zu lenken.

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Laserpointer – wie gefährlich sind sie wirklich?

4:17 min, aus Puls vom 19.9.2011

Laserpointer sind die Zeigestäbe der Neuzeit. Kaum eine Präsentation, an der nicht mit einem roten oder grünen Lichtpunkt auf wesentliche Punkte hingewiesen wird. Und keinem Vortragenden käme es in den Sinn, den Lichtstrahl bewusst auf seine Zuschauer zu richten, denn die Warnung «nicht auf die Augen zielen!» ist omnipräsent. Aber wie gefährlich sind Laserpointer wirklich für das Augenlicht?

Das Gefährlichste daran, wenn man einen Laserpointer-Trahl ins Auge bekommt, ist die kurzfristige Blendung, die es den Opfern schwer kann, ihr Fahrzeug zu lenken. In allen bis heute bekannten Fällen konnten die Betroffenen aber wenig später wieder normal sehen. Bleibende Augenschäden können handelsübliche Laserpointer kaum verursachen, gefährlich wird’s aber bei im Internet bestellten Geräten: Deren Leistung liegt meist weit über den erlaubten Grenzwerten – was zu irreversiblen Verbrennungen der Netzhaut führen kann.

Laser = gebündeltes Licht

Der Begriff «Laser» ist ein Akronym von «Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation» (Lichtverstärkung durch die induzierte Emission von Strahlung). Für Laserstrahlen typisch ist, dass sie nur eine Farbe haben und auch über grössere Distanz kaum breiter werden.

Während zB eine Glühbirne ihr Licht diffus in den ganzen Raum abgibt, bündelt ein Laser seine ganze Energie auf einer sehr kleinen Fläche. Trifft der Laserstrahl auf ein Auge, wird das bereits stark konzentrierte Licht durch die Linse in extremer Weise auf der Netzhaut fokussiert, was schlimmstenfalls zu Verbrennungen der Netzhaut oder gar des Sehnervs führt. Entscheidend für das Ausmass der Schädigung sind dabei die Stärke des Lasers und die Dauer der Einwirkung.

Ein «Augenblick» entscheidet über das Augenlicht

Das menschliche Auge schützt sich mit einem natürlichen Reflex vor übermässigen Lichtreizen: Es blinzelt. Der sogenannte Lidschlussreflex sorgt dafür, dass das Augenlid innert 0,25 Sekunden nach Auftreten des Reizes geschlossen wird. Bei Lasern der Klasse 1 und 2 mit einer maximalen Leistung von einem Milliwatt (mW) reicht das, um die Netzhaut vor Schädigungen zu schützen, wenn der Laser versehentlich auf das Auge gerichtet wird.

Einem Laser mit 100 mW Leistung darf das Auge hingegen maximal zwei Nanosekunden lang ausgesetzt werden – wofür der Lidschlussreflex 125‘000-mal zu langsam ist.

Wichtige Tipps im Umgang mit Laserpointern

Um gesundheitliche Schäden durch Laserpointer zu verhindern, empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit BAG, folgende Punkte zu beachten:

  • Nie mit einem Laserpointer auf Personen oder Tiere und vor allem nicht auf deren Augen und Gesicht zielen.
  • Benutzen Sie nur Laserpointer der Klasse 1 und 2 (bis 1 mW Leistung).
  • Niemals mit Laserpointern auf Verkehrsmittel zielen.
  • Laserpointer sind keine Spielzeuge und gehören nicht in Kinderhände.
  • Ein Laserpointer muss klassifiziert und wie folgt gekennzeichnet sein:
Warnschilder für Laserprodukte

Bildlegende: So müssen Laserprodukte klassifiziert sein. SRF