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Körper & Geist Der umgeknickte Fuss heilt meist von selbst

Verstauchung, «Vertrampen» oder ganz medizinisch «Distorsion»: Ein umgeknickter Fuss ist schmerzhaft und verheilt oft erst nach Wochen. Operieren ist meist selbst bei Bänderrissen überflüssig – eine optimale Therapie vorausgesetzt.

Verstauchter Fuss mit Bandage und Kühlmanschette auf Sofa.
Legende: Pause, Eis, Compression und Hochlagern – ein verstauchter Fuss wird am besten der PECH-Regel gemäss behandelt. imago

Die Verstauchung des Sprunggelenks gehört zu den häufigsten Sportverletzungen. Den Fuss «vertrampen» sich vor allem Ballsportler (Fussball, Handball, Volleyball), Jogger aber auch Bergwanderer – alleine in der Schweiz ereignen sich im Durchschnitt mehrere hundert Stolper-Unfälle pro Tag.

Auch wenn der betroffene Fuss beziehungsweise das Sprunggelenk nach dem Umknicken oft höllisch schmerzt und der Heilungsprozess langwierig ist, so sind Verstauchungen meistens doch unkompliziert – wenn man in der Phase nach dem Umknicken richtig handelt.

Wer den Fuss umgeknickt hat, sollte die so genannte PECH-Regel anwenden:

  • Pause
  • Eis
  • Compression
  • Hochlagern.

Diese Massnahmen lindern den Schmerz und reduzieren die Schwellung. Ideal zum Kühlen ist allerdings nicht Eis, sondern zum Beispiel ein Quark-Umschlag. Der Fuss sollte nämlich nur moderat gekühlt werden – Eispackungen deshalb nie direkt auf die Haut und nur 10 bis 15 Minuten anwenden und dann eine Pause einlegen.

Wer im Gelände unterwegs ist, etwa auf einer Wanderung oder beim Joggen, kann bei einem heftigen Stolperer mit Kühlbandagen wie Liquid Ice, Link öffnet in einem neuen Fenster oder CoolFix, Link öffnet in einem neuen Fenster erstversorgen. Dabei hat man nicht nur den kühlenden Effekt, sondern stützt den Fuss zusätzlich und komprimiert gleichzeitig die betroffene Stelle.

Legende: Video Was tun bei Verstauchungen? abspielen. Laufzeit 17:00 Minuten.
Aus Puls vom 12.11.2012.

Bei blauer Färbung und starker Schwellung schnell zum Arzt

Distorsion ist Lateinisch und bedeutet «Verdrehung». Der landläufige Begriff «Verstauchung» ist etwas irreführend, da die Distorsion tatsächlich eine Verletzung der Bänder oder einer Gelenkkapsel ist, bei der die Kollagenfasern dieser Strukturen stark überdehnt – und eben nicht gestaucht – werden. Bei stärkeren Gewalteinwirkungen kann es zum teilweisen oder gar kompletten Riss der Gelenkkapsel und der Bänder kommen.

Am häufigsten tritt eine Verstauchung nach einer gewaltsamen Überdehnung des Sprunggelenks auf. Das Anschwellen des betroffenen Gelenks und ein Bluterguss sind typische Anzeichen der Distorsion.

Ist der Fuss blau unterlaufen und stark geschwollen, ist ein sofortiger Arztbesuch angebracht. Der Spezialist klärt mit Hilfe eines Röntgenbilds ab, ob ein Knochen beim Unfall verletzt wurde. Die Bänder sind auf dem Röntgenbild nicht zu sehen, was für den Arzt aber auch nebensächlich ist. Behandlung und Therapie sind nämlich die gleichen, egal ob Bänder nur angerissen oder ganz durchgerissen sind: Mit einer Bandage und Schiene oder zum Beispiel mit einer kleinen Orthese wie einem Gips-Stiefel aus Kunststoff wird der Fuss in der Regel vier bis sechs Wochen ruhig gestellt.

Legende: Video Prellung, Zerrung, Verstauchung – Hilft Salben allenthalben? abspielen. Laufzeit 4:48 Minuten.
Aus Puls vom 28.08.2017.

Stabilisieren, aber nicht völlig entlasten

Ruhig stellen heisst dabei aber nicht pausieren! Im Gegenteil, der Fuss darf so bereits wenige Tage nach dem Unfall wieder komplett belastet werden – ohne dass man dabei Krücken benutzen müsste. Bandage, Schiene und Orthese dienen eigentlich nur dazu, dass der Fuss nicht erneut nach aussen wegknicken kann und so der Heilungsprozess der Bänder ständig gestört würde.

Neun von zehn Patienten können nach Ablauf der Ruhigstellungs-Phase wieder normal Sport treiben. Bei den restlichen zehn Prozent muss mit Hilfe von Physiotherapie oder später allenfalls mit einer Operation die Stabilität des Sprunggelenks wieder hergestellt werden.

So trimmen Sie Ihre Füsse fit

Folgende Übungen können im Alltag leicht durchgeführt werden. Ziel der Übungen ist es, die Fussmuskulatur zu stärken und die Balance zu verbessern. Ideal ist es, die Übungen barfuss durchzuführen – auf diese Weise müssen die Muskeln des Fusses mehr arbeiten. Keine der Übungen darf schmerzen.

Legende: Video So trimmen Sie Ihre Füsse fit abspielen. Laufzeit 2:25 Minuten.
Vom 12.11.2012.

9 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Kaum eine(r) zeitlebens ohne eine Verstauchung. Das schaffen wohl nur bedächtige Schildkröten. Meine schlimmste bisher in der RS. Nicht etwa in der Kampfausbildung. Nein, eines Freitagabends in der Kaserne, sprang ich von der etwa 5. Treppenstufe in den Gang runter und landete schräg auf dem linken Fuss. Damit war mein Ausgang und das Wochenende schmerzhaft im KZ "Krankenzimmer" geregelt. Die Entschädigung. Durfte 2 Wochen in Turnschuhen leichten Dienst tun und verpasste einen 25km Marsch ;-)
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  • Kommentar von JB Chardin, Basel
    Fussverstauchungen gibt's im Grunde nur, weil die Füsse in "Krücken", also Schuhwerk eingesperrt sind. Die Rezeptoren im Fuss kommen beim Schuh während eines Knick-Verstauchungsvorgang nicht mehr mit und dann ist's schon geschehen. Oder anders ausgedrückt - sie werden durch den Schuh erst überhaupt ausgeschaltet. Bestes Fusstraining wäre täglich draussen über "Stock und Stein" auf Waldwegen etc. barfuss zu laufen. Wenn man damit beginnt, hat man bis hinauf im Becken und Rücken einen Muskelkater.
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    1. Antwort von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
      @JB Chardin, an Ihrer Analyse ist was wahres dran. Beobachtete dieses in Afrika und auch hierzulande im Feld. Ein „Naturfuss“ passt nicht in einen schmalen Modeschuh. Bestenfalls in eine offene Sandale. Hoher robuster Rist und dicke rauhe Fusssohle. Ich hüpfe auch wie ein Känguruh über Kieselsteine, wo Einheimische wie auf dem Seidenteppich emotionslos rumlatschen.
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  • Kommentar von Andreas von Salis, Zürich
    Eis kann die Heilung verzögern. Eine Entzündung ist eine natürliche Reaktion des Körpers um einen Heilungsprozess in Gang zu setzen und den Menschen (durch Schmerz) daran zu erinnern, das Gelenk ruhig zu halten. Durch Eis wird die für den Heilungsprozess wichtige (Mehr-)Durchblutung gehemmt. Die Evolution weiss in der Regel schon was sich macht. DAS ist erprobt. Ich mag mich erinnern, erst kürzlich entsprechende Studien in einem amerikanischen Magazin gelesen zu haben.
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    1. Antwort von Markus bach, Basel
      Sie haben Recht, dass eine zu starke Kühlung den Blutfluss vermindert. Jedoch sollte man bei einem geschwollenem Gelenk moderat kühlen, da sonst durch die zu grosse Schwellung zuviek Druck aufs Gewebe entsteht, und somit das Blut auch nur sehr schlecht fliesst. Am besten kühles Wasser wenn vorhanden oder Quark, aber halt Eisbeutel im Tuch einwickeln. Niemals direkt Eis drauf.
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