Der Fruchtzucker im Visier der Forscher

ETH und Uni Basel warnen: Die Fruktose in industriell hergestellten Lebensmitteln macht uns dick und gefährdet das Herz.

Blick auf ein Laufband bei der automatisierten Herstellung von Tiefkühlpizzas

Bildlegende: In Fertiggerichten wird industriell hergestellter Fruchtzucker grosszügig als Geschmacksverstärker eingesetzt. imago

Fruchtzucker wird im grossen Stil in Süssgetränken, Süssigkeiten und Fertigmahlzeiten verwendet. Nun mehren sich die Hinweise aus der Forschung, dass isolierte, industriell hergestellte Fruktose dem menschlichen Organismus Probleme bereitet und Leiden wie Übergewicht, Diabetes, Leberverfettung oder Gicht begünstigt.

So hat eine Pilotstudie der Uni Basel ergeben, dass Fruktose weniger Sättigungsgefühle hervorruft als Glukose und auch Belohnungssysteme im Gehirn weniger stimuliert. Mit Fruktose gesüsste Lebensmittel verführen also eher zu übermässigem Konsum.

Forscher unter dem Lead der ETH Zürich haben zudem einen bislang unbekannten molekularen Mechanismus entdeckt, durch den Fruktose ein unkontrolliertes Wachstum des Herzmuskels auslösen kann – bis hin zum tödlichen Herzversagen.

Bei Herzklappenerkrankungen oder Bluthochdruck rät die ETH deshalb zu Zurückhaltung beim Konsum von Fertiggerichten und Süssgetränken. Den Verzehr einer normalen Tagesration Früchte taxieren die Forscher hingegen als unbedenklich.