Antibiotika-Resistenzen: Auch Patienten tragen Verantwortung

Über fünf Prozent der Schweizer Bevölkerung tragen schon ESBL in sich, eine Art Multiresistenz gegen Antibiotika. Wenn Antibiotika wirkungslos sind, das hat Folgen: 80 Todesfälle jährlich. Um diese Multiresistenz einzudämmen, müssen auch Patienten ihren Beitrag leisten.

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Antibiotikaresistenzen

5:28 min, aus Musikwelle Magazin vom 16.09.2013

Mit der Entdeckung des Penicillins im Jahre 1928 durch Alexander Fleming erhielt die Medizin erstmals ein wirksames Mittel gegen Infektionskrankheiten. Heute sieht die Situation leider wieder anders aus: Bakterien, die seit Milliarden Jahren die Erde besiedeln, haben gelernt sich gegen die Fülle verschiedenster Antibiotika zu verteidigen. Sie haben einen Teil ihrer DNA so verändert, dass sie immun gegen Antibiotika sind. Beschleunigt wird die Ausbreitung der Antibiotika-Resistenz durch die exzessive Verabreichung dieser Medikamente an Mensch und Tier.

Während der Antibiotikumeinnahme sterben normalerweise die meisten Bakterien innert kürzester Zeit ab. Wird das Medikament aber nicht richtig und nicht lange genug eingenommen, können Bakterien überleben und mutieren. Sie werden resistent.

Dieser Resistenzmechanismus ist wie ein LEGO-Baustein und kann an andere Bakterien andocken. Kommen viele solche Bausteine zusammen, spricht man von einer Multiresistenz. Um dies zu verhindern ist jeder einzelne Patient wichtig. Hausarzt Felix Huber zeigt im «Musikwelle Magazin» auf, was der Patient selber tun kann, und Roger Stephan von der Lebensmittelsicherheit warnt vor einem GAU.