Das Pflegeheim sollte zum Menschen passen

Wenn im Alter das selbstständige Leben daheim nicht mehr möglich ist, sollte die Auswahl des Heimes gut überlegt sein.

Eine Frau hält ein Namensschild für eine Zimmertür in ihrer Hand.

Bildlegende: Der Umzug ins Pflegeheim ist für viele Senioren ein grosser Schritt – aus dem selbstbestimmten ins betreute Leben. imago

Vorneweg: Die meisten Pflegeheime nehmen Menschen erst dann auf, wenn sie wirklich nicht mehr in der Lage sind, eigenständig zu leben. Deshalb ist die Entscheidung, ins Heim zu gehen, nicht nur eine eigene. Es macht Sinn, die persönliche Situation genau zu analysieren: Fallen einzelne Bereiche immer schwerer, wie selbst zu kochen, einzukaufen oder die Körperhygiene? Dann kann im Einzelfall mit einem täglichen Besuch der Spitex oder einem Lieferservice für Lebensmittel schon viel gewonnen sein, was das Leben in den eigenen vier Wänden spürbar erleichtert.


Ein Pflegeheim sollte zu einem passen

4:34 min, aus Musikwelle Magazin vom 18.06.2015

Wenn aber klar ist, dass es auf Dauer nicht mehr funktionieren wird mit dem eigenständigen Leben, sollte man sich genau ansehen, in welches Heim man gehen möchte. Davon, sich bereits präventiv schon weit im Voraus auf Wartelisten in bestimmten Heimen setzen zu lassen, hält Altersspezialist Albert Wettstein jedoch nichts. Erstens, weil verschiedene Einrichtungen verschieden viele Anfragen haben und zweitens, weil sich nicht absehen lässt, wann im jeweiligen Heim Plätze frei werden. Lieber solle man sich erst dann aktiv um einen Platz bemühen, wenn man auch wirklich ernsthaft vor hat, ins Heim zu zügeln.

Aktiv werden bei Vergesslichkeit

Rechtzeitig aktiv werden sollten vor allem Menschen, die zunehmend mit Vergesslichkeit kämpfen – übrigens der Grund, der die meisten zu einem Umzug ins Altersheim zwingt. Sie sollten zeitig organisieren, in welches Heim sie möchten, bevor es womöglich zu ernsthaften Zwischenfällen kommt. Auch chronisch Kranke, bei denen eine zunehmende Abhängigkeit von fremder Hilfe absehbar ist, sollten sich rechtzeitig auf die Suche machen und sich dabei fragen: Passe ich dort schon hinein? Oder bin ich geistig oder körperlich noch zu fit, um dort zurecht zu kommen?

Zusätzlich kann man Therapien wie Physiotherapien bereits im jeweiligen Heim machen. Ebenfalls könnte man dort regelmässig essen gehen. So lässt sich einerseits abschätzen, ob man sich wohlfühlen könnte, andererseits hat man so aber auch schon erste Kontakte geknüpft, die den Heimeintritt dann deutlich erleichtern können.