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Körper & Geist Akne – Pickel-Plage der Jugend

Beinahe alle Jugendlichen leiden darunter: Pickel. Spriessen sie in Scharen, spricht man von Akne. Heutzutage leiden die Betroffenen immer früher und länger daran. Antworten auf die Fragen, ob Ernährung einen Einfluss hat und wie man die Akne effizient behandelt, werden deshalb immer wichtiger.

Legende: Video Akne – Belastungsprobe für Heranwachsende abspielen. Laufzeit 15:09 Minuten.
Aus Puls vom 08.09.2014.

Daran erinnern sich alle: Über Nacht ist auf der Stirn ein Pickel gespriesst. Prall gefüllt und mit einer hässlichen Eiterspitze versehen, leuchtet er im Spiegelbild wie eine rot blinkende Warnlampe entgegen.

Der Tag ist gelaufen. Drückt man den Pickel nicht aus, thront er den ganzen Tag über gut sichtbar im Gesicht. Drückt man ihn aus, bleibt eine entzündete, geschwollene Beule zurück.

Hormone als Auslöser

Neun von zehn Teenagern leiden in der Pubertät an Akne. Die Geschlechtshormone kurbeln zum einen die Talgproduktion der Haare an und machen zum anderen die Haut fettiger. Kommt zusätzlich eine übermässige Verhornung hinzu, verstopft die Hautoberfläche, darunter sammelt sich Talg an. Entzündungen sind die Folge, die typischen Akne-Pusteln entstehen.

Weshalb die einen Jugendlichen wie Streuselkuchen aussehen, andere aber kaum Pickel haben, ist weitgehend unbekannt. «Sicher besteht eine gewisse Prädisposition», erklärt Severin Läuchli, Dermatologe am Universitätsspital Zürich. «Hatte bereits ein Elternteil eine ausgeprägte Akne, überrascht es nicht, wenn auch die Tochter oder der Sohn übermässig viele Pickel haben.»

Mit schlechter Hygiene, wie früher oft vermutet, hat Akne aber nichts zu tun. Seit Jahrzehnten untersucht wird indes der Einfluss der Ernährung – bisher mit mässigem Erfolg. Bekannt ist, dass einzelne Nahrungsmittel wie Schokolade und Nüsse oder Fleischwaren wie Salami Akne nicht begünstigen.

«Untersuchungen an Naturvölkern in Südamerika und Papua-Neuguinea lieferten in jüngster Zeit aber Hinweise darauf, dass unsere westliche Ernährungsweise mit Milchprodukten und vielen schnellen Kohlenhydraten Akne fördern könnte», sagt Severin Läuchli. Brote aus Weissmehl, Teigwaren, Kartoffeln, Reis, Mais und Zucker stehen im Verdacht, den Hormonhaushalt zu beeinflussen und Akne zu begünstigen.

Diese Nahrungsmittel stehen nicht auf dem Menüplan der untersuchten Naturvölker. Die Kitava-Insulaner in Papua Neuguinea ernähren sich zu einem grossen Teil von Fleisch. Die Aché, Jäger und Sammler in Paraguay, essen Wurzelgemüse wie Yams und Tapioka, Früchte und Fisch. Beiden Völkern ist Akne nicht bekannt. Laut Dermatologe Läuchli müssen aber noch weitere Abklärungen gemacht werden: «Noch sind die Gene dieser Naturvölker nicht untersucht worden.»

Und da der Einfluss der schnellen Kohlenhydrate auf die Entstehung von Akne eher gering scheint, «empfehlen wir im Moment keine spezielle Akne-Diät», sagt Läuchli.

Schwieriger Rat: nicht ausdrücken!

Auch wenn die Verlockung noch so gross ist: Mitesser oder Pickel sollten weder aufgekratzt noch ausgedrückt werden! Wer es trotzdem macht, riskiert eine Entzündung. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass eine tiefere Wunde entsteht und Narben zurückbleiben.

Je nach Ausprägung, also Anzahl und Grösse der Pickel, spricht der Fachmann von leichter, mittlerer oder schwerer Akne.

Legende: Video Pickelgesicht im Erwachsenenalter abspielen. Laufzeit 15:39 Minuten.
Aus Puls vom 13.02.2012.

Wer eine leichte Akne hat, kann die Haut mit schonenden Waschlotionen reinigen. Das Fett auf der Haut wird dabei entfernt, ohne die Haut zu stark auszutrocknen. Auch antibakterielle und leicht schälende Cremes oder Gels aus der Apotheke können Besserung bringen.

Bei stärkerer Akne braucht es den Fachmann. Oft verschreiben Dermatologen bei vielen und grossen Pickeln Medikamente, die ein Jahr lang eingenommen werden müssen, und die die Akne in vielen Fällen ganz abklingen lassen. Diese hoch wirksamen Medikamente regulieren die Verhornung der Haut, reduzieren die Talgproduktion und hemmen die Entzündung. Allerdings können sie Nebenwirkungen haben. Die Einnahme muss deshalb von einem Spezialisten begleitet werden.

In den meisten Fällen wächst sich die Akne im Erwachsenenalter aus. Bis dahin gilt im Kampf gegen die Pickel:

  • Nicht Rauchen
  • Auf pudrige und fettige Kosmetika verzichten
  • Die Haut nicht übertrieben reinigen
  • Nur mässig sonnenbaden
  • Regelmässig die eine oder andere Pizza- und Pasta-Mahlzeit durch Salat und Gemüse ersetzen.

Akne plagte schon die Pharaonen

Akne ist keine neuzeitliche Erkrankung der Haut. Die oftmals entzündeten Pickel sind bereits in Schriften im alten Ägypten sowie bei den Griechen und Römern erwähnt. Behandelt hat man die Pusteln damals mit Honig und Schwefelbädern. Eine Theorie der damaligen Zeit war: Wer lügt, wird mit Akne gestraft.

Im Mittelalter und auch später noch standen als Ursache für die Pickel kleine, wurmähnliche Parasiten unter Verdacht, die sich ins menschliche Gewebe bohren und davon ernähren würden – aus dieser Vorstellung könnte sich auch der Begriff «Mitesser» herleiten.

Im 19. Jahrhundert schliesslich entdeckte man erste Zusammenhänge zwischen Akne und fettiger Haut, dem Haarbalg und Menstruation, also hormonellen Einflüssen.

11 Kommentare

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  • Kommentar von Vanessa Studer, Basel
    Ich habe die Sendung gestern gesehen! Ich hatte nie so starke Akne, wie der junge Herr in der Sendung! er tat mir schon ein wenig leid! Ich habe meine Aknezeit hinter mir! es hörte irgendwann einfach von selbst auf! Allerdings war meine Haut noch Langezeit mit Pickel und Mitesser versehen, die ich allerdings mit Naturkosmetik in den griff bekommen habe! wer an einer leichten Akne oder einfach Pickel Beschwerden leidet! sollte umbedingt bea-Nature Naturkosmetik benutzen!
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  • Kommentar von Andreas Martini, Hunzenschwil
    Meine Aknezeit erlebte ich zu RS-Zeiten. Vorher, wie auch nachher, hatte ich damit keine Probleme. Trotz allem abraten drückte ich "meine Akne" aus und zwar von tief unten nach oben. Dann reinigte und desinfizierte ich das Ganze und liess es heilen. Von Narben keine Spur. Einige Personen und ich waren der Meinung, dass die Essenszubereitung mit Schweinefett in der RS massgeblich zur Aknebildung beitrug.
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  • Kommentar von Alfred Casut, Anwil BL
    Da bin ich vielleicht auf weiter Fluh allein, aber mir wurde vom Hautarzt folg. empfohlen: auf sterile Watte AM MORGEN eigen Urin nässen und die Pickels damit sanft abreiben. Nur nur am Morgen Das hab ich dann regelmässig gemacht, es war nur das Gesicht und ganz enger Bereich Brust. Tönt verrückt, aber eben man muss früh aufstehen Zeit dafür haben, + wie gezeigt nicht zu sehr Mitesser ausdrücken. Ev. mit Nadel anritzen damit Pfropfen besser rauskommt. Bin Jahrgang 1939.
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    1. Antwort von Peter Meier, Zürich
      Sie haben sich also sozusagen gewollt selbst angepisst? Was haben Sie sonst noch alles mit Ihrem Urin behandelt? Vielleicht ist das jetzt eine gewagte Aussage, aber ich glaube da gibt es bessere Methoden. Ihr Arzt hat sich vermutlich prächtig amüsiert...
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    2. Antwort von Alis Wipfli, Köln
      Eigenurintherapie ist ein vollkommen etablierter und keineswegs unbekannter, geschweige denn "lustiger" Bestandteil der Naturheilkunde. Wer sich davor ekelt, soll es lassen (würde es auch nicht machen), ich kenne allerdings auch jemanden, bei dem das sehr gut gewirkt hat. Im Übrigen ist in den meisten Kosmetika und Pflegeprodukten Urin enthalten ... von daher amüsiert sich vermutlich höchstens die Industrie prächtig, weil man dafür - im Gegensatz zur Eigentherapie - viel Geld ausgibt ;)
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