Fünf Mythen über Krebs

Sämtliche Krebsorganisationen nehmen den Weltkrebstag in diesem Jahr zum Anlass, kursierende Halbwahrheiten aus der Welt zu schaffen.

Eine Mammographieaufnahme, im Hintergrund eine Ärztin und Patientin bei der Mammographie.

Bildlegende: Die Mammographie kann bösartige Knoten in der Brust sichtbar machen. Colourbox

Krebs verunsichert. Krebs verängstigt. Krebs verstört. Wahrscheinlich kursieren deswegen viele Halbwahrheiten über Tumorerkrankungen, die sich aller Aufklärung zum Trotz hartnäckig halten. Sämtliche Krebsorganisationen weltweit schreiben es sich deswegen anlässlich des Weltkrebstags 2014 auf ihre Fahnen, mit den Gerüchten aufzuräumen – wir machen mit fünf solcher Mythen den Anfang.

Mythos 1: Die Krankheit lieber nicht zum Thema machen.

Es ist ganz klar: Jeden stürzt die Diagnose Krebs in ein Wechselbad der Gefühle – vom ersten Schock, über Angst, Wut und Traurigkeit bis hin zur Einsamkeit. Übertrieben taktvolle Zurückhaltung ist für die meisten Patienten aber nicht die Reaktion der Wahl. Denn über ihre Gefühle zu sprechen kann Erkrankten helfen, mit ihrer Krankheit umzugehen, Sicherheit zu gewinnen und Trost und Zuspruch zu finden. Wer versucht, Krebs nicht zu tabuisieren, der stärkt Betroffenen damit den Rücken – er muss ja nicht das alleinige Thema sein.

Mythos 2: Krebs macht sich nicht bemerkbar.

Zum Teil ist das leider wirklich war. Einige Krebsarten entwickeln sich tatsächlich völlig unbemerkt, Symptome zeigen sich erst, wenn der Krebs schon weit fortgeschritten ist. Bauchspeicheldrüsenkrebs oder Eierstockkrebs sind solche Beispiele, aber auch andere Erkrankungen wie Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Hautkrebs, Krebs im Rachenbereich oder Darmkrebs, die sich alle im Frühstadium noch gut und erfolgreich behandeln liessen. Da hilft nur, gut auf seine innere Stimme zu hören und die Vorsorgeuntersuchungen regelmässig vorzunehmen.

Mythos 3: Gegen Krebs kann man nichts machen.

Ob man an Krebs erkrankt, hat man bis zu einem gewissen Grad selbst in der Hand. Risikofaktoren sind ein hoher Alkoholkonsum, eine schlechte Ernährung und Bewegungsmangel bekannt. Auch Rauchen setzen sich einem hohen Risiko aus, speziell für Lungenkrebs. Alkohol dagegen wird in vielen Fällen für Krebs im Rachenraum, im Magen und der Brust, aber auch der Leber verantwortlich gemacht. Übergewicht wird in Studien mit Magen-, Brust-, Eierstock-, Bauchspeicheldrüsen-, Gallenkrebs in Verbindung gebracht.

Mythos 4: Im Alter wächst Krebs langsamer.

Das ist immer abhängig von der Krebsform. Es gibt von jeder Krebserkrankung aggressivere und weniger aggressive Untertypen. Eine Ausnahme bildet allerdings der Prostatakrebs: Tritt er bei Männern jenseits der 60 auf, wächst er in der Regel viel langsamer als bei jüngeren Männern.

Mythos 5: Stress führt zu Krebs.

Es kursiert immer noch das Gerücht über die «Krebspersönlichkeit». Aber es gibt keine Studien, die das belegen, aus einem einfachen Grund: Stress ist subjektiv und lässt sich nur schwer messen – seine Auswirkungen damit auch. Bekannt ist jedoch: Viel Stress schwächt das Immunsystem und führt vielfach zu einem ungesünderen Lebensstil – beides begünstigt wiederum Krebs.