Zwölf Jahre ohne HIV-Therapie – und gesund

Eine 18-jährige Französin nimmt seit zwölf Jahren keine Medikamente gegen HIV mehr, und ihr geht es bestens.

Drei Blutproben zur Bestimmung des HI-Virus.

Bildlegende: Im Blut der jungen Frau sind derzeit keine HI-Viren mehr nachweisbar. imago

In der HIV-Therapie wird seit einiger Zeit ein sehr schneller Beginn einer HIV-Behandlung empfohlen. Das das Sinn machen könnte, zeigte sich jetzt an einer 18-jährigen Französin, die sich bereits im Mutterleib oder bei der Geburt mit dem HI-Virus angesteckt hatte. Sie wurde sofort über die ersten sechs Lebensjahre hinweg medikamentös behandelt. Danach liess die Familie des Kindes die Behandlung stoppen.

Dem Mädchen geht es nach wie vor bestens. Sie gelte zwar nicht als geheilt, aber in ihrem Blut sind keine HI-Viren mehr nachweisbar.

Es handle sich um den ersten weltweit bekannten Fall eines HIV-infizierten Kindes, bei dem eine sogenannte Langzeit-Remission, also das Ausbleiben von Krankheitssymptomen, festgestellt worden sei, heisst es in einer in Vancouver vorgestellten Studie des Pariser Pasteur-Instituts.

Der Studie zufolge lässt der Fall die Hoffnungen für die Aussichten einer frühzeitigen Behandlung steigen. Allerdings mahnten die Forscher zur Vorsicht: Ärzte sollten ihren Patienten vorerst nicht zur Einstellung ihrer Behandlung raten.

Das «Mississippi-Mädchen»

Schon 2013 erklärten Ärzte ein HIV-infiziertes Mädchen in den USA nach Monaten ohne Therapie als virenfrei. Das galt als medizinische Sensation. Das Kind war nach der Geburt 2010 eineinhalb Jahre lang mit einer für Kinder optimierten Kombination dreier HIV-Medikamenten hochdosiert behandelt worden. Im Juli 2014 kehrte der Erreger allerdings zurück.