Moxa – Heisses Kraut für mehr Lebensenergie

Moxibustion ist eine Reiztherapie. Mit glühendem Kraut wird Hitze gezielt in verschiedene Akupunkturpunkte gebracht – bis die Haut sich rötet. «Puls»-Versuchskaninchen Sarah Allemann hat die verschiedenen Methoden getestet: Zigarre, Kegel und Nadel.

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Das Versuchskaninchen testet Moxa

4:49 min, aus Puls vom 19.8.2013

Mit Wärme gestaute Energien lösen und das Qi, die Lebensenergie, wieder in Fluss bringen: Das ist die Idee, die hinter der Moxibustion steckt. Die Moxibustion oder Moxatherapie gehört zur traditionell chinesischen Medizin, kurz TCM. TCM wiederum bezeichnet jene Heilkunde, die sich in China seit mehr als 2000 Jahren entwickelt hat. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet umfasst den ostasiatischen Raum, insbesondere Vietnam, Korea und Japan. Zur chinesischen Medizin zählen vor allem die Arzneimitteltherapie, die Akupunktur und eben auch die Moxibustion. Im Unterschied zur Akupunktur werden die Akupunkturpunkte mit Wärme behandelt – ohne oder mit Nadeln.

Zigarre, Kegel und Nadel

Für die Wärmeerzeugung wird Kraut verbrannt. Üblicherweise dienen dazu die getrockneten Blätter des Beifuss-Krauts (Artemisia vulgaris), das auch in unseren Breitengraden wächst. Egal, welche Methode bei Moxa zum Einsatz kommt: Ziel ist immer, das Meridiansystem über die Hitzeeinwirkung auf die Akupunkturpunkte zu stimulieren. Die ätherischen Öle des Moxakrauts sollen Blockaden lösen und dadurch die körpereigenen Energien wieder harmonisch fliessen lassen.

  • Die Moxa-Zigarre: Der Therapeut nähert sich mit der Spitze der glühenden Moxa-Zigarre ungefähr einen halben Zentimeter an den Akupunkturpunkt, bis der Patient die Hitze spürt. Dann entfernt er die Zigarre wieder kurz, nähert sich erneut und wiederholt diese Prozedur an verschiedenen Punkten, bis die Haut an den Stellen deutlich gerötet ist. Für die Moxa-Zigarre wird das Beifusskraut pulverisiert und in dünnes Papier in Stangen gerollt.
  • Der Moxa-Kegel: Der Therapeut legt Ingwerscheiben oder Salz auf einer Gaze auf die Akupunkturpunkte und entzündet auf diesen kleine Kegel aus getrocknetem Beifusskraut. Die Kegel brennen langsam ab. Sobald der Patient ein Hitzegefühl im Akupunkturpunkt spürt, wird der Kegel zum nächsten Akupunkturpunkt geschoben. Jeder Punkt wird mehrmals erhitzt, bis die Haut deutlich gerötet ist.
  • Die Moxa-Nadel: Mit Hilfe spezieller Nadeln leitet der Therapeut die Hitze des verglühenden Beifusskrauts direkt ins Gewebe. Das Beifusskraut wird als geformte Kugel auf die Nadel gesteckt.

Gegen Kälte ist ein Kraut gewachsen

Die Moxatherapie soll vor allem bei Kälte oder bei Erschöpfung helfen. Etwa, wenn sich eine Erkältung ankündigt oder wenn jemand immer kalte Hände und Füsse hat. Auch typische Frauenbeschwerden oder Erkrankungen des Magen-Darm-Systems oder im Nieren-Blasen-Bereich können mit Moxibustion behandelt werden.

Eine Therapiestunde Moxa kostet um die 130 Franken.

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