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Psyche Optimismus kann man lernen

Im neuen Jahr entspannter sein, gelassener in die Zukunft blicken, mehr auf das Gute vertrauen: Das kann ein Vorsatz fürs neue Jahr sein. Wem das nicht in die Wiege gelegt ist, dem sei gesagt: Optimismus kann man lernen.

Legende: Audio «Optimismus trainieren» abspielen. Laufzeit 5:46 Minuten.
5:46 min, aus Ratgeber vom 02.01.2015.

«Geborenen Frohnaturen ist er in die Wiege gelegt, Pessimisten dagegen fechten regelmässig Kämpfe mit dem Optimismus aus. Zum Glück sind Persönlichkeitsmerkmale aber nur zu 25 Prozent angeboren, die meisten Einstellungen zum Leben schaut man sich also von seinem Umfeld ab – wie die Eltern mit Tiefschlägen umgehen, welche Schlüsse Freunde aus Problemen ziehen oder mit welchen Methoden Geschwister Hürden anpacken. Fehlen derlei Vorbilder in der Kindheit, ist aber noch nichts verloren, zeigen Zürcher Wissenschaftler.

Forscher der Uni Zürich widmen sich schon länger der Frage, inwieweit sich Charakterstärken optimieren lassen. Dazu liessen sie ihre Studienteilnehmer eine Woche lang ein einfaches Optimismustraining durchführen, das täglich etwa zehn bis 15 Minuten in Anspruch nahm. Vor und nach der Woche erfassten sie das Lebensgefühl der Teilnehmer, darunter auch, ob sich depressive Symptomatiken gegebenenfalls nach dieser Zeit verändert hatten.

Aufs Positive besinnen

Die Übung ist so einfach, dass sie jeder auch für sich zuhause durchführen kann: Jeden Abend soll einige Minuten lang ein Ereignis notiert werden, das an sich negativ war, aus dem schlussendlich aber etwas Positives resultierte. Das kann von alltäglichen Kleinigkeiten bis hin zu sehr wichtigen Schritten reichen – beispielsweise vom verpassten Tram, dank dem man aber zufällig eine alte Bekannte wieder getroffen hat, bis hin zum Vorstellungsgespräch, das gescheitert ist, aber so ermöglicht hat, dass man den am nächsten Tag angebotenen Traumjob bedenkenlos zusagen konnte.

Laut den Zürcher Forschern dachten die Studienteilnehmer nach diesem Training bis zu sechs Monate später immer noch positiver als zuvor. Aber auch hier gilt: Wer rastet, rostet. Wer sich zwischendurch immer wieder hinsetzt, um seinen Optimismus zu trainieren, blickt noch zuversichtlicher in die Zukunft.

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