Warum schützen Bauernhofkeime vor Allergien?

Bauernkinder haben seltener Allergien als andere Kinder. Diesen sogenannte «Bauernhof-Effekt» kennt man schon eine Weile. Doch nun sind Genfer Forscher dem Mechanismus auf die Spur gekommen – bei Mäusen, die auf dem Bauernhof aufwuchsen.

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Bauernhofkeime gegen Allergien

0:37 min, aus Puls vom 13.3.2017

Als Forscher vor Jahren herausfanden, dass Bauernhof-Kinder weniger oft an Allergien erkrankten, überraschte das viele. War nicht gerade ein Bauernhof der Hort von allergieauslösenden Keimen? Offenbar lehrte aber genau dies das Immunsystem, mit den Keimen umzugehen.

Mehr Bauernhof-Dreck für die Kinder ist seither die Devise. Diese sogenannte «Hygiene-Hypothese», dass also allzu viel Sauberkeit eher zu mehr Allergien führt als zu weniger, ist seither mehrmals bestätigt worden.

Experiment mit Bauernhof-Mäusen

Doch bislang tappte man beim genauen Mechanismus dieses Effekts noch im Dunkeln. Nun sind Genfer Forscher einen Schritt vorangekommen – allerdings erst bei Mäusen. Sie haben dazu eine Gruppe von Mäusen auf einem Bauernhof aufgezogen, die andere im Labor.

Auch bei den Mäusen zeigte sich der «Bauernhof-Effekt»: Die Mäuse auf dem Bauernhof reagierten weniger allergisch auf Allergene. Und sie hatten mehr ganz bestimmte T-Zellen und auch bestimmte Signalstoffe waren erhöht.

Am ausgeprägtesten war das, wenn die Mäuse schon auf dem Bauernhof zur Welt kamen. Wurden sie erst nach der Geburt dorthin verfrachtet, war der Effekt weniger stark. Auch die Darmflora der Bauernhof-Mäuse war vielfältiger. Sie waren mit mehr unterschiedlichen Bakterien und Viren besiedelt.

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