Welche Diät hat sich bewährt?

Vor einem Jahr starteten fünf Personen begleitet vom «Puls» mit einer Diät um Pfunde zu verlieren. Der Erfolg nach einem Jahr ist so unterschiedlich, wie die gewählten Diättypen selber – welche hilft denn nun auch längerfristig?

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5 Menschen, 5 Diäten: Diätbilanz nach einem Jahr

9:51 min, aus Puls vom 25.2.2013

Diäten lassen sich grob in fünf Gruppen einteilen. Lebensmittel werden entweder getrennt, ersetzt, analysiert, eingeschränkt oder ganz weggelassen. Fünf Personen wollten Anfang 2012 mit einer Diät den Weihnachtsspeck wegbringen. Die Erfolge sind ein Jahr später ganz unterschiedlich.

Der Sieger

Am erfolgversprechendsten war jene Diät, die auch in den Alltag integriert werden kann und keine absoluten Verbote ausspricht. In unserem Fall war dies Claudine, die mit Hilfe von WeightWatchers abgenommen hat. Sie lernte, die einzelnen Lebensmittel genau zu analysieren, was wie vielen Punkten entspricht. Sozusagen Kalorienrechnen in einer anderen Währung. Denn Points (Punkte) zählen ist einfacher als Kalorien zählen – so die Devise.

Die Philosophie: In der Gruppe geht es leichter als alleine. In den Treffen erhielt sie Informationen zur Ernährung, Kochtipps und ihre Fragen wurden beantwortet. All dies ist aber auch für vielbeschäftigte Personen im Internet möglich. Mit diesem Konzept im Netz ist WeightWatchers aber nicht alleine.

Kilobites statt Kalorien finden Sie auch hier: eBalance, surfmed, lean-and-healthy-programm, xx-well. Sie alle gehen in die gleiche Richtung und lehren, wie man gesund, nachhaltig und mit Einbezug von Sport abnimmt.

Ernährungsbilanz

Abnehmen funktioniert im Grunde genommen rein mathematisch. Nehmen wir weniger Kalorien zu uns, als wir verbrennen, nehmen wir ab. Essen wir aber mehr, nehmen wir zu. Einen ersten Überblick über sein Essverhalten verschafft man sich mit einem Ernährungstagebuch.

Jedoch ist eine Diät nicht eine Frage von ein bis zwei Wochen, sondern ein Langzeitprojekt. Man muss die Ernährung umstellen, sich mehr bewegen, Gewohnheiten ändern. Dazu gehört auch, dass man sich ein realistisches Ziel setzt.

Irgendwelche mystischen «Fatburner» gibt es leider nicht. Denn die wunderbaren Enzyme, welche die Fettverbrennung ankurbeln sollen, werden durch die Magensäure schon zu Beginn der Verdauung deaktiviert, da es sich um Eiweissstoffe handelt.

Dick = faul und undiszipliniert?

Obwohl die Ernährungsbilanz einleuchtend ist, ist das Abnehmen leider oft nicht einfach. Das Gewicht ist ein sehr individuelles, sehr komplexes Zusammenspiel von Gewohnheit, Körperbau, Vererbung, psychischen und sozialen Faktoren. Viele Umstände können eine Gewichtsreduktion erschweren.

Ein Punkt ist die genetischen Veranlagung, weiter kommt der aktuelle Body-Mass-Index (BMI) dazu: Je «fester» man ist, desto höher der Widerstand des Körpers gegen Gewichtsverlust. Dann die Diätkarriere: Je mehr Diäten man hinter sich hat, desto weniger ist der Körper gewillt abzunehmen. Auch das Alter spielt eine Rolle: Je älter man ist, desto schwieriger wird es. Zudem erschweren emotionale Überlagerungen des Essverhaltens das Abnehmen: wenn man etwa isst, um sich zu trösten oder abzulenken. Und schliesslich können psychische Erkrankungen wie Essstörungen oder Depressionen hinderlich sein.

Ab wann braucht jemand professionelle Hilfe?

Wenn man mehrere Anläufe genommen und es nicht geklappt hat, sollte man Hilfe bei einer gut informierten Fachperson in Betracht ziehen. Sei es ein Ernährungsberater, Physiotherapeut, Allgemeinarzt, Adipositas-Berater oder Psychotherapeut. Für Leute, die schwer übergewichtig sind, also einen BMI über 40 aufweisen, könnte ein operativer Eingriff sinnvoll sein.

Mehr zum Thema heute Abend um 21:05 im «Puls» auf SRF 1

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