Zuckerlobby manipulierte Forschung

Eine Untersuchung historischer Dokumente deckte auf, dass in den 1960er-Jahren die amerikanische Zucker-Lobby Wissenschaftler dafür bezahlte, dass diese den Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und tödlichen Herzerkrankungen herunterspielten.

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Zuckerlobby manipulierte Forschung

1:56 min, aus Puls vom 19.9.2016

In der vor kurzem veröffentlichten Untersuchung «Sugar Industry and Coronary Disease – A Historical Analysis of Internal Industry Documents» analysierten Forscher aus San Francisco über 300 historische Dokumente, die einen Zusammenhang zwischen der amerikanischen Zuckerindustrie und verschiedenen Forschern herstellen, die im Auftrag der Zuckerlobby Studien durchgeführt haben. Dabei zeigte sich, dass die amerikanische Zuckerindustrie im Jahr 1965 das sogenannte «Project 226» startete. Ziel dieses Projektes war es, die öffentliche Meinung in Bezug auf die Schädlichkeit von Zucker positiv zu beeinflussen.

Die Zuckerlobby zahlte in der Folge anerkannten Wissenschaftlern der Harvard-University hohe Geldbeträge, damit diese in ihren Studien den Einfluss von Zucker auf das Entstehen von Herz-Kreislauferkrankungen verharmlosten. So geschehen in der im renommierten New England Journal of Medicine veröffentlichten und vielbeachteten Übersichtsarbeit «Dietary Fats, Carbohydrates and Artherosclerotic Vascular Disease» aus dem Jahr 1967, die den Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und Herzkrankheiten relativierte.

Die Forscher der Harvard-University erhielten für diese Arbeit von der US-Zuckerindustrie rund 50’000 Dollar. Dafür führten die Autoren in ihrem Artikel als Ursache für tödliche Herzerkrankungen Fette und Cholesterin auf, die Rolle des Zuckers verschwiegen sie hingegen. Die Ernährungsforschung konzentrierte sich in der Folge v. a. auf Fette als Auslöser von Ablagerungen in den Arterien.

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