Hilfe, ich habe mich ausgesperrt!

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Sie draussen, der Schlüssel in der Wohnung. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern kann auch extrem teuer werden. Nämlich dann, wenn man an den falschen Schlüsseldienst gerät. Im «Ratgeber» erfahren Sie, wie böse Überraschungen verhindert werden können.

Drei Schlüssel
Bildlegende: Ausgesperrt? Denken Sie zuerst nach, bevor Sie irgendeinen Schlüsseldienst bestellen. Dieser kann teuer kommen Keystone

Es ist so schnell passiert: Man vergisst seinen Schlüssel in der Wohnung oder hat ihn irgendwo verloren und steht dann vor verschlossener Tür. In einer solchen Situation ist man auf schnelle Hilfe angewiesen. Und das wissen leider auch einige unseriöse Schlüsseldienste. Sie helfen zwar zeitnah, stellen dann aber unerhörte Rechnungen. Bis zu 800 oder 1000 Franken haben Betroffene so für ein einfaches Öffnen der Tür schon ausgegeben. Und sich im Nachhinein – als sie in Ruhe darüber nachdachten – geärgert.

Das lässt sich vermeiden. Und zwar mit folgenden Tipps:

Sorgen Sie vor:

  • Am besten deponieren Sie einen Ersatzschlüssel bei einem Nachbarn Ihres Vertrauens.
  • Sie können sich auch schon jetzt auf den Ernstfall vorbereiten: Vergleichen Sie verschiedene Schlüsseldienste und notieren Sie sich die Nummer zwei oder drei seriöser Anbieter. Sie können zum Beispiel einen Zettel unter Ihre Fussmatte legen.

Wenn es passiert ist:

  • Haben Sie sich tagsüber ausgesperrt, rufen Sie zuerst Ihre Hausverwaltung oder den Abwart an.
  • Stehen Sie nachts vor verschlossener Tür: Wenn Sie bei einem Bekannten unterkommen können und erst am nächsten Tag einen Schlüsseldienst benötigen, ist das bedeutend billiger.
  • Wenn Sie einen Schlüsseldienst brauchen, beachten Sie: Der erste im Telefonbuch ist nicht automatisch auch der beste. Viele Schlüsseldienste ergattern sich einen Platz ganz oben auf der Liste mit Firmennamen wie AAA. Schauen Sie genau hin.
  • Einige Polizeiposten haben eine Liste mit seriösen Anbietern. Fragen Sie nach.
  • Beachten Sie: Seriöse Schlüsseldienste geben eine normale Telefonnummer an. Kostenpflichtige 0900er-Nummern können für Sie schnell ins Geld gehen.
  • Suchen Sie einen Anbieter in Ihrer Region (mit einer echten Geschäftsadresse), damit keine hohen Anfahrtskosten anfallen.
  • Haben Sie einen Dienst gewählt, schildern Sie Ihr Problem am Telefon bereits ganz genau und verlangen Sie eine erste Kostenschätzung.
  • Achten Sie darauf, dass nur ein Servicemann kommt. Das reicht völlig aus, um eine Tür zu öffnen. Ein zweiter Mann verursacht weitere Kosten.

Welche Kosten sind üblich?

  • Wegpauschale: Bei kurzem Anfahrtsweg sind um die 50 Franken akzeptabel.
  • Stundenansatz: Je nach Landesgegend um die 100 Franken
  • Nachtpauschale (unterschiedlich, 50% Zuschlag auf den Stundenansatz sind gängig)
  • Materialkosten: Ab 100 Franken für Markenzylinder (No-Name-Produkte aus dem Baumarkt sind bedeutend billiger!)
  • Allgemeine Betriebskostenpauschalen oder Pauschalen für Spezialwerkzeug: Akzeptieren Sie solche Kosten auf der Rechnung nicht!

Vor Ort:

  • Ein seriöser Schlüsseldienst fragt Sie nach dem Ausweis, bevor er sich an die Arbeit macht.
  • Ein seriöser Schlüsseldienst sucht immer den kostengünstigsten Weg in die Wohnung. Ab und zu steht ja ein Kippfenster offen
  • Vermeiden Sie unnötige Arbeiten: Ist die Türe bloss ins Schloss gefallen, muss der Schliesszylinder oft nicht zerstört werden.
  • Bestehen Sie auf eine detaillierte Rechnung: Arbeitszeit und Stundenansatz, Material, etc.
  • Sind Sie mit der Rechnung nicht einverstanden, bezahlen Sie nicht und versuchen Sie, mit dem Schlüsselservice die Ungereimtheiten aus der Welt zu schaffen.
  • Lassen Sie sich nicht auf eine Barzahlung ein, ausser, sie haben diese schon vorgängig am Telefon abgemacht. Falls der Servicetechniker sie nötigt, rufen Sie die Polizei.

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Autor/in: Maria Kressbach, Moderation: Adrian Küpfer, Redaktion: Anna Wepfer