Schadet das Sonnenlicht den Augen?

Das Sonnenlicht macht unser Auge kaputt. Darum schützen wir uns mit einer Sonnenbrille. Doch das ist nur die halbe Wahrheit: Wir brauchen das Licht zum Sehen, unsere Augen sind zum Sehen da, und das Licht im Auge macht uns wach und glücklich. Gründe, warum das Auge die Sonne braucht.

Mann mit Sonnenbrille im Licht.
Bildlegende: Eine Sonnenbrille schützt vor übermässiger Lichteinstrahlung, bei normalen Bedingungen ist sie jedoch nicht zwingend nötig. colourbox.com

«Bei Mäusen haben wir gesehen, dass die Netzhaut im Auge bei Lichteinstrahlung sehr schnell kaputt geht», sagt Mathias Abegg, Augenarzt am Inselspital Bern. «Doch wir Menschen sind keine nachtaktiven Mäuse.» Beim Menschen wurde diese negative Auswirkung nicht festgestellt – sofern er sich nicht schutzlos einer übermässigen Sonneneinstrahlung aussetzt.

Tipps vom Augenarzt:

  • Bei übermässiger Einstrahlung, etwa am und auf dem Wasser, im Hochgebirge und im Schnee: Augen mit einer entsprechenden Sonnenbrille schützen.
  • Bei normaler Einstrahlung: Auch an einem sonnigen Tag ist eine Sonnenbrille nicht zwingend nötig.
  • Das Auge braucht die Sonne: Kinder werden weniger kurzsichtig, wenn sie mindestens eine Stunde am Tag am Sonnenlicht sind.
  • Ausserdem beeinflusst das Sonnenlicht durch das Auge die Hemmung des Hormons Melatonin. Je höher der Melatoninspiegel, desto müder sind wir. Befinden wir uns tagsüber draussen an der Sonne, beeinflusst das unseren Tag-Nacht-Rhythmus: Wir werden richtig wach, und wenn es dunkel wird, auch wieder richtig müde.

Moderation: Sandra Schiess, Redaktion: Brigitte Wenger