Schulter selber wieder einrenken?

Eine ausgekugelte Schulter hat schon manchen Ski- oder Wandertag vorzeitig abgebrochen. Kann die Schulter also noch am Unfallort von einem Ungeübten eingerenkt werden? Thomas Kissling weiss Rat.

Mann fasst sich an die Schulter.
Bildlegende: Sensibel: Die Schulter ist zwar beweglich – darum aber auch das instabilste Gelenk des menschlichen Körpers. Colourbox

Eine Schulterluxation wird etwa bei jedem zehnten Skiunfall diagnostiziert, der im Spital landet. Die Schulter ist das beweglichste, darum aber auch das instabilste Gelenk des menschlichen Körpers.

Im Spital ist das Gelenk mit den richtigen Handgriffen schnell wieder eingerenkt und der starke Schmerz fast sofort vorbei. Doch was tun, wenn der Mediziner weit weg ist?

«Eine Schulterluxation ist so schmerzhaft, da bestellt jeder lieber den Helikopter, als noch lange zu warten», sagt Hausarzt Thomas Kissling. «Doch je länger die Schulter draussen ist, desto mehr versteift sich die Muskulatur.»

Hier ein paar Tipps von Thomas Kissling:

  • Eine Schulterluxation erkennt man daran, dass es auf der Schulter eine ungewöhnliche Delle hat. Manchmal steht der Oberarm auch vom Oberkörper ab und man kriegt den Ellbogen kaum zum Oberkörper. Achtung: Es kann sich aber auch um einen Armbruch handeln.
  • Ohne medizinische Hilfe eine Schulter einrenken, ist nicht empfohlen. Will jemand wissen, wie das geht, soll er es sich von einer Fachperson zeigen lassen.
  • Auch wenn eine Schulter eingerenkt werden konnte, soll man danach einen Arzt aufsuchen. Es könnten Bänder oder Sehnen verletzt sein.

Redaktion: Brigitte Wenger