UBS mit Milliardenverlust

Die Schweizer Grossbank UBS hat im vergangenen Jahr den grössten Verlust ihrer Geschichte verbucht: 2008 lief ein Minus von fast 20 Milliarden Franken auf.

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Erstmals nach der Niederlage bei der Abstimmung zum freien Personenverkehr meldet sich Christoph Blocher zu Wort.  

In Israel wird heute ein neues Parlament gewählt.

Beiträge

  • UBS schreibt 20 Milliarden Verlust

    Die Schweizer Grossbank UBS schreibt erneut tiefrote Zahlen. Für das Jahr 2008 weist die UBS einen Verlust von insgesamt 19,7 Milliarden Franken aus.

    Allein im vierten Quartal beläuft sich der Verlust auf 8,1 Milliarden Schweizer Franken, wie die Bank mitteilt.

    Dieser grösste Verlust in der Geschichte der Grossbank kam auch deswegen zustande, weil die Kunden im Herbst viel Geld von der Bank abzogen, zu einem Zeitpunkt, als der Staat schon eingegriffen hatte.

    Manuel Rentsch

  • UBS-Konzernchef Marcel Rohner.

    UBS-Chef Rohner ist vorsichtig optimistisch

    UBS-Konzernchef Marcel Rohner zeigte sich im Gespräch mit Schweizer Radio DRS enttäuscht über das Jahresergebnis seiner Bank. Gleichwohl blickte er optimistisch in die Zukunft. Mit den Bonuszahlungen sei man an die «untere Grenze» gegangen.

    Die 20 Milliarden Verlust im letzten Jahr seinen «in gewissen Sinne eine Katastrophe». Der Abfluss der Gelder sei enttäuschend gewesen, aber man habe den Trend «fundamental» kehren können, sagte Rohner. So habe es im Januar bereits wieder einen positiven Vermögenszuwachs gegeben.

    «Boni ist das falsche Wort»

    Die Bank habe ein System variabler Entschädigungen. Deshalb müsse man nicht schauen, was bezahlt werde, sonder wieviel reduziert worden sei, verteidigte der UBS-Chef die Zahlungen. Die Reduktion von 36 Prozent der Lohnkosten sei massiv. Ein variables Lohnsystem enthalte zum Beispiel keine 13. Monatslöhne, der fixe Teil des Lohnes werde bewusst tief gehalten. Das Wort Bonus werde dem System nicht gerecht.

    Urs Siegrist

  • UBS verteilt Boni von 2,2 Milliarden

    Die Bonuszahlungen der UBS belaufen sich im Krisenjahr 2008 auf 2,2 Milliarden Franken. Rechtlich verpflichtet ist die Bank zur Zahlung von rund einer Milliarde Franken.

    Nach wochenlangen Spekulationen und Kontroversen über die Bonuszahlungen lüfteten die Grossbank und die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma den Schleier.

    Insgesamt wurden der UBS variable Lohnzahlungen von 2,2 Milliarden Franken bewilligt. Sie setzen sich aus 1,0 Milliarden für vertraglich fixe Verpflichtungen und aus 1,2 Milliarden für frei zuteilbare Barvergütungen zusammen. Diese Boni in bar sinken laut UBS im Vergleich zum Vorjahr um 85 Prozent oder 6,7 Milliarden Franken.

    Beat soltermann

  • Parteien kritisieren UBS-Boni teils harsch

    Trotz des Milliardenverlusts und öffentlicher Kritik schüttet die UBS Bonus-Zahlungen von 2,2 Milliarden Franken aus. Politiker reagieren unterschiedlich: mit scharfer Kritik die einen, mit einem gewissen Verständnis andere.

    Die SP kritisierte die Boni scharf. Für die Grünen sind die Zahlungen ein Skandal. Grüne und SP forderten die sofortige Absetzung des Chefs der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma, Eugen Haltiner. Er sei zu wenig unabhängig. Die SVP forderte Lohnbeschränkungen für das Management.

    FDP und CVP stellen sich hinter die Boni. Allerdings hat die CVP bezüglich der Boni-Zahlungen offene Fragen. Die FDP ortete grundsätzlichen Handlungsbedarf bei Bonus-Zahlungen.

    Marcel Jegge

  • Nationalbank übernimmt weniger Risiko-Papiere

    Die Schweizerische Nationalbank übernimmt weniger Risiko-Papiere als bisher angekündigt. Der für die faulen und illiquiden Wertschriften vorgesehene Fonds hat noch ein Volumen von höchstens 45 Milliarden Franken.

    Im vergangenen Oktober war die Summe noch mit 62 Milliarden Franken beziffert worden. Grund seien Änderungen in den Buchhaltungsregeln, teilt die Nationalbank mit.

    Durch die Verkleinerung des Fonds sinkt das von der SNB zu tragende Risiko auf höchstens rund 41 Milliarden Franken, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst.

    Die Verkleinerung des Stabilisierungsfonds um rund einen Drittel löste unterschiedliche Reaktionen aus. Analysten sprachen von einem Zeichen der Stärke. Sie verwiesen aber gleichzeitig darauf, dass sich das Risikoprofil der UBS verschlechtere, da sie nun nicht alle Problem-Papiere an die SNB übertrage.

    Barbara Widmer

  • Kommentar: UBS entkam knapp dem Untergang

    Fast 20 Milliarden Franken Verlust, 2,2 Milliarden Boni und ein weiterer Stellenabbau: Die grösste Schweizer Bank entkam nur knapp und dank milliardenschwerer Staatshilfe dem Untergang, sagt Rainer Borer, Wirtschafts-Chef von Schweizer Radio DRS.

    Dennoch gebe es ein schwaches Licht am Ende des Tunnels. Das zentrale Problem der UBS, der Abfluss von Kundengeldern, konnte laut Borer gestoppt werden. Auch der verhalten positive Ausblick von Konzernchef Marcel Rohner deute auf eine Stabilisierung hin. Und das Problem mit den giftigen Papieren scheine eingegrenzt zu sein. 

    «Die Zeit der Spekulationen ist vorbei, nicht jedoch die Zeit der politischen Diskussionen und der Unsicherheit» konstatiert Borer weiter. Weil die Krise jetzt in der Realwirtschaft ankomme, sei die UBS einer weiteren grossen Belastungsprobe ausgesetzt.

    Rainer Borer

  • Blocher: «Wir machen nichts ohne das Volk»

    Alt-Bundesrat Christoph Blocher hat zum Ergebnis der Abstimmung über die Personenfreizügigkeit bisher geschwiegen. Nun sprach er mit Schweizer Radio DRS darüber.

    Blocher, der gegen eine Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Bulgarien und Rumänien gekämpft hatte, kündigte nach dem Ja des Schweizer Stimmvolks an, er wolle die Ausdehnung jetzt mit iner Volksinitiative bekämpfen.

    Schon allein die Ankündigung sorgte für Empörung. Als «Klamauk» bezeichnete sie Bundesrätin Doris Leuthard. Auch SVP-intern musste Blocher Kritik einstecken - von «Zwängerei» war die Rede. Die SVP solle den Volkswillen respektieren, so der Grundtenor.

    Alexander Sautter

  • Israel wählt rechts

    In Israel sind rund fünf Millionen Menschen aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Nach letzten Umfragen liegt die rechtsorientierte Likud-Partei von Oppositionsführer Benjamin Netanjahu knapp in Führung, gefolgt von der Kadima-Partei von Aussenministerin Zipi Livni.

    Erstmals könnte der Ultra-Nationalist Avigdor Lieberman mit seiner Einwandererpartei Israel Beitenu (Unser Haus Israel) den dritten Platz erreichen und die Arbeitspartei von Verteidigungsminister Ehud Barak verdrängen.

    Iren Meier

Moderation: Curdin Vincenz, Redaktion: Elisabeth Pestalozzi