Salzburger Stier 2016: Die Preisträger Gery Seidl (A) und Martin Zingsheim (D)

Zwei Solisten, zwei Programme: Gery Seidl bietet Einblicke in die Seelenlandschaften eines jungen Paares, Martin Zingsheim plant vom Klavier aus den Sturz des herrschenden Systems durch getanzte Revolution. Beide Kabarettisten sind Gewinner des Salzburger Stiers 2016.

Gery Seidl (li), Martin Zingsheim (re)
Bildlegende: Der österreichische Preisträger Gery Seidl (links) und der deutsche Preisträger Martin Zingsheim (Mitte: Gewinnerin für die Schweiz Uta Köbernick) WDR Claus Langer

Gery Seidl räumt der Skurrilität zwischenmenschlicher Interaktionen auch in seinem aktuellen Programm «Bitte. Danke» einen hohen Stellenwert ein. Vielleicht eine Reminiszenz an seine berufliche Vergangenheit, denn Gery Seidl, Jahrgang 1975, entschied sich ursprüngliche für eine Karriere in der Bauwirtschaft. Doch dann packte ihn die Leidenschaft für die Bühne. Zuerst im Duo, seit 2008 als Solist, lädt Gery Seidl sein Publikum zu heiteren Ausflügen entlang der Stolpersteine des Lebens ein und liefert eine pointierte Anleitung zum österreichischen Wesen.

Martin Zingsheim hat viele Talente: Er ist Kabarettist, Satiriker, Musiker, Doktor der Musik, Arrangeur und Chansonnier. Wer ihn höre, schreibt die Jury des Salzburger Stiers, müsse schnell sein und politisch auf der Höhe der Zeit, denn sonst bekomme man nicht jede Pointe mit. Martin Zingsheim redet über Gott und die Welt, über Liebe und Hass, Erziehung und Pauschalreisen – und wenn er nicht redet, dann macht er Musik. Aktuell hat er die nur scheinbar alten Songs von Lore Lorentz, der Prinzipalin des legendären Düsseldorfer Kom(m)ödchens, für sich entdeckt und viele davon neu vertont.

Live-Mitschnitt aus der PaderHalle in Paderborn (D) vom 21. Mai 2016

Produktion: WDR und Radio SRF 2016

Redaktion: Anina Barandun