Putzen in 110 Metern Tiefe: Die Taucher im Stausee Punt dal Gall

Einen Stausee reinigen, ohne dafür das Wasser abzulassen, oder eine grosse Stiftskirche von oben bis unten sauber machen: Das braucht viel Spezialwissen und noch mehr Aufwand. Hier sehen Sie die Bilder von den Sanierungs- und Reinigungsarbeiten an der Stauanlage Punt dal Gall.

Innenansicht einer Druckkammer mit zwei Pritschen.
Bildlegende: Die Taucher, die den Stausee Punt dal Gall sanieren, leben bis zu einem Monat in der Druckkammer. Engadiner Kraftwerke AG

Staumauer Punt dal Gall

Seit zwei Jahren wird die Staumauer Punt dal Gall im Schweizer Nationalpark im Kanton Graubünden saniert. Jetzt wird der Abfluss mit einem technisch riesigen Aufwand gereinigt. Wasser ablassen darf man aus Naturschutzgründen nicht. Deshalb tauchen französische Spezialisten in 110 Meter Tiefe und entfernen Gesteinsablagerungen und Totholz vor den Abflusslöchern im Stausee.

Da die Taucher normalerweise nur mit grossem zeitlichen Aufwand wieder auftauchen können, verfrachtet man sie in den Ruhezeiten kurzerhand in einen Druckbehälter, in dem sie – ähnlich einer Raumstation – auf engstem Raum leben, aber unter gleichen Druckverhältnissen, wie wenn sie tauchen.

Stiftskirche St. Gallen

Auch an Land gibt es spektakuläre Reinigungsarbeiten: Seit ein paar Monaten putzt eine auf Restaurierungen und Malerei spezialisierte Firma die Stiftskirche St. Gallen. Staub und Rauchpartikel von 18 Jahren auf bis zu 20 Metern Höhe und in Ritzen und Winkeln versteckt zu entfernen, ist eine Herausforderung. Zudem reicht es nicht, mit gewöhnlichen Putzmitteln Wände, Stuckaturen, Holzkanzeln oder Vergoldungen wieder strahlen zu lassen. Nicht einmal gewöhnliches Wasser eignet sich für gewisse Materialien.

Spektakulär: Taucher sanieren und reinigen die Stauanlage Punt dal Gall

Moderation: Christina Lang, Redaktion: Jürg Oehninger