Von Salben, Kräutern und Handsägen

Viele Krankheiten und Verletzungen heute: ein Gang zum Arzt oder ins Spital, und gut ist. Blasen an den Füssen vor 500 Jahren hingegen wurden schnell zu tödlichen Blutvergiftungen. Der «Treffpunkt» macht eine Reise zurück in eine Zeit, als Medizin viel Hoffnung und wenig Wissen war.

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Neugierig waren auch die Mediziner im Mittelalter. Aber die katholische Kirche verbot das Sezieren von Leichen – einer der Gründe, warum die Medizin vor 500 Jahren von den «vier Säften» ausging: die gelbe Galle beim cholerischen Menschen, der Schleim, aus dem griechischen Wort phlegma für Entzündung, Schleim und damit für den eher trägen Menschen, Blut für den sanguinischen und temperamentvollen Menschen und die schwarze Galle für den melancholischen Menschentyp. So waren denn auch die medizinischen und chirurgischen Methoden eher robust als raffiniert: Wo die Salbe nicht mehr half, wurde das blutvergiftete Bein halt mit der Säge amputiert.

Im «Treffpunkt» erzählt Monika Mähr, Kuratorin im Historischen und Völkerkundemuseum St.Gallen, was für Vorstellungen über Medizin und Heilkunst im Mittelalter herrschten, wer da,mals Arzt oder Salbenverkäufer und was für eine Rolle die Klöster, die Kräuterfrauen und die Hebammen spielten.

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Regula Zehnder / Fredy Gasser