Festival de Beaune: Barocker Geisterspuk

Schon fast ein wenig die Qual der Wahl hat, wer sich dieses Jahr für einen Rameau entscheiden muss: Aus Anlass seines 250. Todestages diesen Herbst haben verschiedene Festivals seine Werke programmiert.

Christoph Rousset, Leiter von Les talens lyriques.
Bildlegende: Christoph Rousset, Leiter von Les talens lyriques. Eric Larrayadieu

Im französischen Beaune, am «Festival international d'opéra baroque», ist einer der jüngeren französischen Altmeister am Werk: Christophe Rousset. Und Rousset hat sich für ein Werk Jean-Philippe Rameaus entschieden, das durch seine musikalische Kraft und die Bildhaftigkeit gefangen nimmt. Rameaus «Zaïs» spielt in einer Feenwelt, in der Geister und Luftwesen auftreten, und untermauert diese fantastische Welt auch musikalisch.

In der berühmten Ouvertüre etwa stellt Rameau die Elemente bei der Erschaffung des Universums dar, was noch heute musikalische Hühnerhaut entstehen lassen kann. Schon ein Zeitgenosse meinte 1748 dazu: «Ich bin der Meinung, dass die Ouvertüre die Entwirrung des Chaos so gut schildert, dass es die Zuhörer anwidert; dieser Konflikt der Elemente, die sich abspalten und wieder zusammenfügen, kann kein sehr angenehmes Konzert für das Ohr sein. Glücklicherweise gab es den Menschen noch nicht, um es zu hören: Der Schöpfer ersparte ihm eine solche Einleitung, die seine Trommelfelle zum Platzen gebracht hätte.»

Les talens lyriques
Christophe Rousset, Leitung
Choeur de chambre de Namur
Julian Prégardien, Tenor (Zaïs)
Marie Arnet, Sopran (Zélide)
Konstantin Wolff, Bariton (Oramasès)
Benoît Arnould, Bass (Cindor)
Amel Brahim Djelloul, Sopran (Grande Prêtresse de l'Amour)
Hasnaa Bennani, Sopran (L'Amour)
Zachary Wilder, Countertenor (Un Sylphe)

J.-Ph. Rameau: Zaïs. Ballet héroïque in einem Prolog und vier Akten

Aufführung vom 5. Juli 2014, Cour des Hospices Beaune