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National League Davos steht im Playoff-Final

Der HC Davos hat die Playoff-Halbfinal-Serie gegen den SC Bern glatt mit 4:0 gewonnen. Die vierte Partie entschieden die Davoser zuhause mit 3:1 für sich. Während der HCD nach dem ersten Titel seit 2011 greift, ist die Saison für die Berner zu Ende.

Es ist eine unrühmliche Premiere für den SC Bern: Zum ersten Mal seit der Einführung des Best-of-seven-Modus' im Jahr 1998 verlieren die Hauptstädter eine Playoff-Serie glatt mit 0:4. Das Team von Trainer Guy Boucher ist im Halbfinal gegen den HC Davos ausgeschieden. Die vierte Partie verloren die Berner im Bündnerland mit 1:3.

Legende: Video Lüthi: «Die drei ersten Mittelstürmer sind alt» abspielen. Laufzeit 0:47 Minuten.
Aus sportlive vom 24.03.2015.

Der CEO des SCB, Marc Lüthi, wollte das Ausscheiden nicht dramatisieren: «Im Vergleich zum letzten Jahr war es bereits ein paar Klassen besser.» In der vergangenen Saison verpassten die Berner die Playoffs. Ob das Berner Team auf die kommende Spielzeit hin aufgrund des erneut enttäuschenden Abschneidens verjüngt wird, wollte Lüthi noch nicht sagen: «Die Mannschaft ist nicht grundsätzlich alt, die ersten drei Mittelstürmer sind alt. Ob es zum grossen Umbruch kommen wird, werden wir sehen.»

Berner Führung dank Walser

Ein weiteres Mal das grosse Problem der «Mutzen»: das Toreschiessen. In den ersten drei Halbfinal-Begegnungen hatte die Berner Offensivabteilung nur vier Tore erzielt – und in der vierten Partie kam keines mehr dazu.

Dass auf der Anzeigetafel dennoch eine «1» aufleuchtete, verdankten die Berner dem Davoser Verteidiger Samuel Walser. Er lenkte in der 17. Minute einen Pass von Jesse Joensuu ins eigene Tor ab. Es war ein glücklicher Treffer, einer der Sorte «endlich purzelt die Scheibe mal rein» – das berühmt berüchtigte Momentum sollte damit die Seite aber nicht gewechselt haben.

Bündner Söldner prägen Mitteldrittel

Davos trat zum ersten Mal in dieser Serie mit einem kompletten Ausländer-Quartett an. Und die vier Söldner rissen die Partie im Mitteldrittel an sich. Der Kanadier Tyler Redenbach vergab eine erste Grosschance, der Schwede Marcus Paulsson traf in der 28. Minute zum Ausgleich. Er verwertete eine mustergültige Vorarbeit des Finnen Perttu Lindgren, der in den ersten drei Partien gegen Bern bereits dreimal getroffen hatte.

Der Schwede Dick Axelsson - nach zwei Spielen Pause wieder zurück im Lineup - erzielte nur fünf Minuten später die erstmalige Führung der Gastgeber. Er traf zuerst nur die Latte, bevor er den Abpraller verwertete. Eine Minute vor der zweiten Pause verbuchte Paulsson seinen zweiten persönlichen Treffer des Abends – 3:1.

Del Curtos neunter Playoff-Final

Legende: Video Paschoud: «Hatten das Geschehen im Griff» abspielen. Laufzeit 0:35 Minuten.
Aus sportlive vom 24.03.2015.

Mit dieser Führung im Rücken liessen die Davoser im Schlussabschnitt nichts mehr anbrennen. Zwar kamen beide Teams noch zu einigen Tormöglichkeiten, ernsthaft in Gefahr geriet der Davoser Sieg – auch dank der frech aufspielenden, äusserst jungen Defensivabteilung – nicht mehr. Claude-Curdin Paschoud sagte nach dem Final-Einzug: «Wir haben sehr einfach gespielt, darum hatte ich auch nie das Gefühl, dass wir das Heft noch aus der Hand geben könnten. Wir hatten das Geschehen im Griff.»

Die Bündner verwerteten damit bereits ihren ersten Matchpuck und stehen erstmals seit 2011 im Playoff-Final. Vor vier Jahren feierte der Rekordmeister seinen bislang letzten Titel. Für den HCD-Trainer Arno del Curto ist es bereits der 9. Playoff-Final.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 24.3.2015, 20:00 Uhr

11 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Schaub, Bern
    Was wir Alle nun aber nicht machen dürfen, ist, den SCB niedermachen. Ich hatte immer Angst, dass sie die Spiele noch drehen und gewinnen könnten. Nun ist der Puck nicht für sie gelaufen und da kann man nichts machen - da muss man einfach durch bis es einfach wieder klappt und die Pucks reinfallen. Glücklicherweise geschah das nicht gegen diesen grossartigen HCD - Herzliche Gratulation an alle HCDler für diese wirklich grossartige Leistung, aber auch an Bern. Auch der Gegner hat Alles gegeben.
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  • Kommentar von Markus Schaub, Bern
    Ich war sehr skeptisch, befürchtete, dass der HCD mit 4:0 ausscheiden könnte, hätte nie an ein 4:0-Weiterkommen gedacht. Nun bin ich umso glücklicher, dass es der HCD geschafft hat. Ich bin Keiner, der nun kommt und hinterher sagt, ich hätte es ja schon gewusst usw. Was wir nicht vergessen dürfen, für Bern fiel einfach der Puck nicht rein, egal wie sie spielten und was sie auch immer versuchten. Das passierte dem HCD letzte Saison gegen Kloten auch - bei Tinu Gerber wollte einfach nichts rein.
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  • Kommentar von jean passant, thun
    Jedes Jahr verleihe ich in Gedanken den warme Luft Ballon für den Verband oder Club mit dem schlechtesten Aufwand Nutzen Verhältnis im Sport. Meine Spitzenreiter waren in den letzten Jahren immer Swiss Ski und BSC YB. YB wird es dieses Jahr um die tolle Auszeichnung herumkommen, aber ein anderer Berner Verein springt ein der SCB. Was der SCB in der Serie gegen Davos leistete war absolut lächerlich. Kein Wunder Lehmann und Lüthi sind irgendwie artverwandt. Der goldene Ballon geht an den SCB.
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