Die leise Rückkehr der Fohlen

Erstmals seit 37 Jahren spielt Borussia Mönchengladbach wieder in Europas Köngisklasse. Nach dem katastrophalen Saisonstart ist die Vorfreude auf das Spiel in Sevilla aber arg gedämpft.

Mehrere Spieler beim Joggen

Bildlegende: Hoffen auf ein Erfolgserlebnis Die Spieler von Mönchengladbach beim Warmup in Sevilla. Keystone

«Jetzt haben wir die Champions League und können uns gar nicht darauf freuen», konstatiert Sportdirektor Max Eberl. Eigentlich wäre der Auftritt von Mönchengladbach am Dienstag die grosse Belohnung für den Aufschwung, den man unter Lucien Favre in den letzten Jahren bewerkstelligt hat.

Nach 37 Jahren kehren die «Fohlen» zurück auf die grosse Bühne. Von dieser hatte sich im Frühjahr 1978 ein Team mit Coach Udo Lattek, Verteidiger Berti Vogts und Stürmer Jupp Heynckes mit einer 0:3-Niederlage in Liverpool verabschiedet.

Es ist eine leise Rückkehr, aus dreierlei Gründen:

  • Der Saisonstart kommt aus Borussen-Sicht einem Albtraum gleich: 4 Niederlagen, zuletzt ein 0:3 gegen den Hamburger SV stehen zu Buche. Mit einem Torverhältnis von 2:11 ziert man das Tabellenende.
  • An Sevilla hat Mönchengladbach keine guten Erinnerungen. Im vergangenen Februar verloren die Borussen beide Duelle in den 1/16-Finals der Europa League – trotz ansprechender Leistung.
  • Trainer Favre muss ohne den gesperrten Granit Xhaka sowie die verletzten Martin Stranzl, Patrick Herrmann, Alvaro Dominquez und Fabian Johnson auskommen.

Die Hoffnung auf ein Erfolgserlebnis

Es bleibt den Deutschen nichts anderes übrig, als das Spiel trotzdem als Chance
zu sehen. In der «Hammergruppe» D mit den weiteren Gegnern Manchester City und Juventus ist man ohnehin Aussenseiter. Und so lauten die Statements:

  • «Dieses Spiel wird vielleicht eine gute Abwechslung.» (Offensivkraft André Hahn)
  • «Viele glauben, wir liefern da nur die Punkte ab. Was haben wir zu verlieren? Nichts!» (Sportdirektor Eberl)
  • «Das bietet uns die Chance, uns gut darzustellen.» (Verteidiger Oscar Wendt)
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Der Appell von Berti Vogts

Immerhin ist auch Sevilla alles andere denn in Topform. In den ersten 3 Partien der Primera Division erzielten die Andalusier nur einen Treffer und ergatterten 2 Punkte.

Und auch wenn von wahrer Vorfreude keine Rede sein kann, gilt für die Borussen doch die Parole, die mit Vogts einer der Helden der 1970er Jahre am Bezahlsender Sky ausgab: «In dieses Spiel muss man mit Elan reingehen. Man darf keine Hemmungen und keine Angst haben. Die Mannschaft muss jetzt zeigen, wie stark sie ist.»

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Sendebezug: Radio SRF 4 News, Morgenbulletin, 06:17 Uhr, 15.09.2015.