Argentinien schiesst, Deutschland trifft - Zahlen der Finalisten

Wo liegen die grossen Unterschiede im Spiel der WM-Finalisten Deutschland und Argentinien? Die Antwort der Statistik auf diese Frage dürfte manchen Fussballfan überraschen.

Thomas Müllers Schuss aus rund 6 Metern überquert die Torlinie, vier Verteidiger schauen zu.

Bildlegende: Meister der Effizienz Thomas Müller, von seinen Teamkollegen perfekt angespielt, trifft gegen Brasilien. Keystone

Die von der Fifa veröffentlichten statistischen Werte der beiden WM-Finalisten gleichen sich in zahlreichen Punkten: Deutschland wie Argentinien leisteten überdurchschnittlich viel Laufarbeit (116 bzw. 113,5 km pro Match), sie foulten im gesamten Turnierverlauf 71 bzw. 64 Mal, setzten 92 bzw. 104 Mal zum Tackling an, eroberten in der Defensive 273 bzw. 277 Bälle und 80 % der Zuspiele beider Teams fanden den Bestimmungsort.

Zudem schossen sie ähnlich häufig aufs Tor, Argentinien ging gar öfter in den Abschluss als Deutschland.

Tabelle mit den statistischen Werten.

Bildlegende: Der Teamvergleich Die Zahlen der WM-Finalisten fifa.com

Deutschland treffsicherer

Das grosse Manko der Südamerikaner: Aus 95 Torschüssen resultierten gerade einmal 7 Tore. Joachim Löws Mannen hingegen münzten 87 Torchancen in 17 Treffer um. Anders ausgedrückt: Deutschland traf alle 34 Minuten ins Netz und brauchte für jeden Treffer 5,2 Torschüsse; Argentinien hingegen konnte nur alle 75 Minuten jubeln, schoss hierfür 11,9 Mal aufs Tor. Besonders stark ins Gewicht fällt für diese Statistik natürlich Deutschlands 7:1-Kantersieg über Brasilien: Die Deutschen versenkten jeden zweiten Schuss im Tor.

Die Mannschaftsstatistik widerspiegelt sich in den persönlichen Quoten: Miroslav Klose schoss sechsmal und war zweimal erfolgreich, Thomas Müller traf fünfmal, brauchte dafür 16 Abschlüsse. Von den Argentiniern war nur Messi ähnlich treffsicher. Er schoss18 Mal aufs Tor und traf viermal. Die übrigen Torschützen Argentiniens wie Angel Di Maria (1/25), Marcos Rojo (1/8) und Gonzalo Higuain (1/11) fallen klar ab.

Weitschüsse vs. Kombinationen im Strafraum

Eine Erklärung für die eklatant höhere Effizienz Deutschlands liegt auch in der räumlichen Verteilung der Abschlüsse. Während Argentinien des öfteren auch aus der Distanz sein Glück versuchte (und dabei zweimal erfolgreich war), bewies die DFB-Elf Geduld und kam so zu qualitativ hochwertigeren Chancen. Sämtliche 17 Treffer erzielte Deutschland von innerhalb des Strafraums.

Sendebezug: SRF zwei, FIFA WM 2014 live, 08.07.14 22:00 Uhr und 09.07.14 22:00 Uhr.