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FIFA WM 2014 Blatter zieht Bilanz: «Fussball ist ein Kampfsport»

Eine Woche vor dem WM-Final hat FIFA-Präsident Joseph Blatter Bilanz gezogen. Im Interview im Schweizer Haus in Rio nimmt der 78-Jährige zur Kontroverse um die Verletzung von Brasiliens Neymar Stellung und spricht über seine grösste Sorge vor der WM.

Legende: Video Blatter zieht Bilanz abspielen. Laufzeit 5:00 Minuten.
Aus FIFA WM 2014 live vom 07.07.2014.

Auch Sepp Blatter ist es nicht entgangen, dass die Wogen nach dem Viertelfinalspiel Brasilien - Kolumbien (2:1) hoch gingen. Die einen beklagten sich über mangelnden Schutz von James Rodriguez, die anderen erzürnte der Ausfall von Neymar. Wer Fussball spiele, gehe ein Risiko ein, findet Blatter und fügt an: «Es gelten zwar Respekt, Disziplin und Fairplay, aber man darf nicht vergessen, dass Fussball ein Kampfsport ist.» Auch Stars müssten mit dem Risiko leben.

Blatters Aufatmen nach den Demonstrationen

Dem Walliser ist die Erleichterung nach der Kritik im Vorfeld des Turniers anzusehen. Das Warten auf den Anpfiff der WM bezeichnet Blatter denn auch als den persönlich schwierigsten Moment: «Ich habe immer gesagt, die Stadien sind bereit. Das hat man ja gesehen. Aber die Demonstrationen würden erst aufhören, wenn der erste Ball gespielt ist.» Danach habe in der Bevölkerung des 200-Millionen-Einwohner-Landes nur noch König Fussball regiert.

Dass Gastgeber Brasilien noch im Turnier sei, wertet er positiv. Auch die Einführung der Torlinien-Technologie und insbesondere die Anwendung des Sprays bei Freistössen lösen beim FIFA-Präsidenten Begeisterung aus. «Wir wurden belächelt. Aber fragen Sie einmal die Spieler, die sind glücklich mit dem Spray», frohlockt Blatter.

Diskussion um WM-Plätze

Der Fussball lebe «wirklich gut». Allein die Verteilung der WM-Plätze gelte es in den nächsten Monaten zu überdenken. «Die Europäer jammern jetzt schon. Aber nach mathematischen Gesetzen ist es kaum zu verhindern, dass sie in den Halbfinals vertreten sind», resümierte ein bestens gelaunter Blatter. Der Abend im Schweizer Haus in Rio könnte das Seinige dazu beigetragen haben.

27 Kommentare

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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Unser Sepp ist halt kein Depp .
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  • Kommentar von Roger Meier, Winterthur
    Wikipedia: "Kampfsport ist im deutschsprachigen Raum der in der Öffentlichkeit benutzte Sammelbegriff für die vielen verschiedenen Kampfstile, vor allem solche, bei denen keine Schusswaffen verwendet werden." -also z.B. Fussball, logisch oder? ;) Oder haben sie schon mal ein Verteidiger mit Schusswaffe gesehen?? ;) Herr Blatter: Fussball ist eine SPORTART und die WM ist ein WETTKAMPF und so soll es auch bleiben. Kampfsport - ein für Ihre Position ziemlich peinlicher Versprecher.
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    1. Antwort von J. Stalder, Thun
      @Herr Meier: das ist kein Versprecher. Ausser man sagt dem so, wenn man nichts überlegt, aber gar nicht anders kann.
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  • Kommentar von Heinz Stiller, Bern
    "Dass Gastgeber Brasilien noch im Turnier sei, wertet er positiv." "Fussball ist ein Kampfsport." Und bekanntermassen ist das gegenwärtige Spiel der Brasilianer auf Kampf und auch auf systematischen taktischen Fouls aufgebaut. Urs Siegenthaler hat vor dem Turnier davor gewarnt. Blatters Aussagen sind verräterisch. Hier sollte ein wenig "corriger la fortune" gespielt werden. Es ist eine Schande.
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