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FIFA WM 2014 Deutsche Überzeugung - argentinische Hoffnung

Am Sonntagabend wird im legendären Maracana zu Rio de Janeiro der neue Weltmeister erkoren. Bereits zum dritten Mal lautet die Affiche in einem WM-Endspiel Deutschland - Argentinien. Zu favorisieren ist die DFB-Elf, die «Albiceleste» hofft auf das perfekte Spiel.

Deutschland-Argentinien. Keine andere Finalpaarung gab es in den vorangegangenen Endspielen häufiger. 1986 setzten sich die Argentinier in Mexiko 3:2 durch, 4 Jahre später die Deutschen in Italien mit 1:0.

Die DFB-Elf strebt nach 1954, 1974 und eben 1990 den 4. Titel an. Damit würde sie mit Italien an WM-Erfolgen gleichziehen, alleiniger Rekordweltmeister bleibt Brasilien mit 5 Triumphen. Deutschland könnte zudem die erste europäische Mannschaft werden, welche den Titel auf dem amerikanischen Kontinent gewinnt.

Für die Argentinier, erstmals seit der Niederlage gegen Deutschland vor 24 Jahren wieder im Final, wäre es nach 1978 und 1986 der 3. Erfolg an einer WM-Endrunde.

Überzeugt vom eigenen Spiel

Nach dem famosen 7:1 im Halbfinal gegen Brasilien gehen die Deutschen als favorisiertes Team ins Endspiel. Bundestrainer Joachim Löw mahnt jedoch: «Wir dürfen dieses Spiel nicht als Massstab nehmen. Wer das tut, hat sich nicht mit Argentinien beschäftigt.» Die Südamerikaner seien «sehr stark, sehr kompakt in der Defensive und auch nicht nur von Lionel Messi abhängig.»

Löw erwartet ein Duell auf Augenhöhe, sagt aber auch: «Wir sind überzeugt: Wenn wir unser Spiel durchziehen können, werden wir gewinnen.» Auch seine Spieler wirken fest entschlossen. «Wir werden alles in die Waagschale werfen, mental, fussballerisch, kämpferisch. Wir geben Gas, wir hauen alles raus», versichert Thomas Müller, der zudem noch seinen Titel als WM-Torschützenkönig verteidigen kann. Von «sehr grosser Zuversicht» spricht Captain Philipp Lahm.

Bewunderung und Lob

Wenn die Argentinier vom Endspiel sprechen, sind vor allem Lobeshymnen auf den Gegner zu hören. «Deutschland ist eine grossartige Mannschaft», meint etwa Javier Mascherano. Trainer Alejandro Sabella gerät ob Deutschland gar ins Schwärmen: «Ich habe grosse Bewunderung für den deutschen Fussball. Es wird extrem schwer für uns.»

Er weiss, was es braucht, um die Deutschen zu schlagen: «Den perfekten Match.» Sein Team müsse kompakt spielen: «Wir dürfen uns keine Ballverluste in den gefährlichen Zonen leisten. Wir werden uns aufopfern, wir werden bescheiden sein. Das Minimum ist, dass wir alles für die Farben unseres Landes geben», so der 59-Jährige.

Angel Di Maria.
Legende: Bangen Die Argentinier hoffen auf den Einsatz des zuletzt verletzten Kreativ-Mannes Di Maria. Keystone

Aufstellungen klar - bis auf Di Maria

Spielerisch konnte Argentinien in der K.o.-Runde noch nicht überzeugen. Ihr Star Messi, der in der Gruppenphase 4 Mal getroffen hat, sucht seine Form - und seinen Mitspieler Angel Di Maria. Dieser fehlte im Halbfinal verletzt. Ob er nun auflaufen kann, ist noch unklar. Für ihn würde erneut Enzo Perez zum Zug kommen, sonstige Änderungen werden nicht erwartet, schon gar nicht im Abwehrverbund, der erst 3 Gegentore zuliess.

Seit dem Viertelfinal steht auch die Startelf der Deutschen. Lahm wird erneut als rechter Verteidiger spielen, Bastian Schweinsteiger zusammen mit Sami Khedira die Doppel-Sechs bilden. Auch Mesut Özil steht aller Voraussicht nach erneut in der Startelf, obwohl er nicht immer überzeugen konnte.

Eine der beiden Mannschaften wird am Sonntag ihre erste Niederlage an diesem Turnier beziehen. Ungeschlagen blieb Deutschland bei einer der bisher 17 WM-Teilnahmen: 1990 mit dem Final gegen Argentinien.

Sendebezug: SRF zwei, FIFA WM 2014 live, 12.7.14 20:00 Uhr

Programm-Hinweis

Programm-Hinweis

Das Vorprogramm zum Final zwischen der Deutschland und Argentinien beginnt am Sonntag um 19:00 Uhr auf SRF zwei. Die Partie ab 21:00 Uhr können Sie auch im Radio auf SRF 3 und im Livestream mitverfolgen.

29 Kommentare

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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Ich hätte gerne den Schwalben -R gegen Deutschland gesehen -nun muss diese Rolle Messi übernehmen . Der Ball ist rund und somit wird der Glücklichere gewinnen - nicht immer der Bessere wie wir schon gesehen haben . Wir dürfen es auch unserem guten Nachbarn gönnen - obschon, umgekehrt betrachtet würde man es uns nicht auch neiden? Fairness ist angesagt , der in diesen 90 Min. bessere soll gewinnen .
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    1. Antwort von B. Gisler, Männedorf
      Ich kann Ihnen voll und ganz zustimmen, obwohl mein Herz natürlich für Deutschland schlägt. Da ich schon viele Jahre inkognito als Deutsche in der Schweiz lebe, behaupte ich, dass die Deutschen den Schweizern jeden Sieg gönnen. Ich habe nur Stimmen des Bedauerns gehört als die Schweiz gegen Argentinien verloren hat. Ausnahmen gibt es bestimmt. Ich behaupte auch, dass die Stimmen gegen Deutschland weniger geworden sind in den letzten Jahren, da sie fussballmässig überzeugt haben.
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  • Kommentar von Hans Garg, Zürich
    Nachdem man jetzt vier Jahre lang daran erinnert worden ist, dass die Schweiz als einziges Land den späteren Weltmeister geschlagen hat... Wird jetzt, wenn Argentinien gewinnt, vier Jahre lang behauptet, dass man den Weltmeister so eigentlich, fast geschlagen hätte?
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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Ist mit Fussballmannschaften wie mit Wein. Die einen Sorten/Jahrgänge können unter "Sachverständigen" als noch so edel und teuer gehandelt werden. Trotzdem schmecken sie noch lange nicht allen gleich, weil man über nichts so herrlich streiten kann, wie über Geschmäcker ;-) So nehme ich das Finale eigentlich gelassen. Gewinnt Deutschland, ist das für mich OK. Gewinnt Argentinien, gönne ich es uns für ganz Lateinamerika. Hoffe nur, dass es nicht in Penalty „Spatzenschiessen“ endet.
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