Gruppe F: Argentinien und drei Aussenseiter

Die Rollen in der Gruppe F sind klar verteilt. Argentinien ist Favorit, dahinter zeichnet sich mit Bosnien-Herzegowina, Nigeria und Iran ein spannendes Rennen um Platz 2 ab.

Argentinien kann bei der WM auf eine grandiose Offensive zählen.

Bildlegende: Grandiose Offensive Argentiniens Stars Lionel Messi, Angel di Maria und Sergio Aguero. Keystone

Argentinien wird von vielen Experten als «nicht so geheimer Geheimtipp» auf den WM-Titel gehandelt. Für die «Albiceleste» sprechen einerseits die jüngsten Erfolge, andererseits die wenig klangvollen Namen ihrer Gruppengegner.

Argentinien, der «Geheimfavorit»

Die Zeiten von taktischen Fehlern, wie sie dem grossen Diego Maradona unterlaufen sind, sowie die teaminterne Zerstrittenheit scheinen vorbei. Unter Alejandro Sabella hat Argentinien seit 2011 in 32 Spielen nur viermal verloren. Nicht geändert hat sich jedoch, dass die Hoffnungen auf ein erfolgreiches Abschneiden einmal mehr auf Lionel Messi liegen. Dieser gibt sich zuversichtlich. «Es wäre ein Traum, die WM zu gewinnen. Und so wie die Dinge laufen, sind wir auch in der Lage dazu, das zu schaffen», so der selbstbewusste Barcelona-Star.

Bosnien-Herzegowina, der WM-Debütant

Für Bosnien-Herzegowina, erst seit 1992 ein unabhängiger Staat, erfüllt sich am 15. Juni mit dem 1. WM-Spiel der Geschichte ein Traum. «Ich denke, wir dürfen mit einem Achtelfinal-Platz liebäugeln», sagt Coach Safet Susic. Das Prunkstück des WM-Neulings ist die Offensive. Mit Edin Dzeko (Manchester City) verfügt Bosnien über einen Weltklasse-Stürmer. Ebenfalls formstark zeigte sich zuletzt der ehemalige GC-Akteur Izet Hajrovic.

Nigeria, die angeschlagenen «Super Eagles»

Vor 20 Jahren führte Stephen Keshi das nigerianische Nationalteam als Captain an die WM und dort bei der Premiere sogleich in die Achtelfinals. Heuer steht der einstige Verteidiger der «Super Eagles» als Trainer am Spielfeldrand. Die Schlagzeilen rund um das nigerianische Team drehten sich vor dem Turnierstar vornehmlich um die Prämien-Debatte, der sportliche Aspekt rückte in den Hintergrund. Dies soll sich auch dank Emmanuel Emenike rasch ändern. Der Stürmer war in der vergangenen Saison zweitbester Torschütze beim türkischen Meister Fenerbahce Istanbul.

Iran, der Coach ist der Star

Der berühmteste Mann im iranischen Nationalteam ist der Coach. Trainer Carlos Queiroz trainierte bereits Real Madrid und die portugiesische Nationalmannschaft. Zuletzt machte Queiroz als Trainer allerdings schwere Zeiten durch. Seit der WM-Qualifikation vor rund einem Jahr hat sein Team wegen politischen und finanziellen Problemen nur gerade ein einziges Testspiel bestritten. Dementsprechend zurückhaltend gibt sich der Portugiese. Die WM sei «ein Lernprozess, was aber nicht heisst, dass wir als Touristen dorthin reisen werden».

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Testspiel Argentinien - Trinidad & Tobago

1:18 min, aus sportaktuell vom 5.6.2014